Ortsrat ist gegen die Pläne einer Firma

Hennenstall mit Solar-Dach soll Trick sein, um Fördergeld abzugreifen

Trick mit Hühnern: Laut dem Ortsrat Offensen gibt es finanzielle Förderung für Photovoltaikanlagen (großes Bild), wenn sie etwa auf den Dächern von Ställen für Hennen montiert werden. Archivfotos: nh

Offensen. Einstimmig hat sich der Offenser Ortsrat gegen die Realisierung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach eines noch zu errichtenden Hennenstalls am Ortsrand ausgesprochen.

Das vorgelegte Bewirtschaftungskonzept mit 3000 freilaufenden Legehennen in einer stallähnlichen Anlage, auf deren Dächern dann Photovoltaikanlagen zur Erzeugung von regenerativem Strom montiert werden sollen, empfindet der Ortsrat als Trick, um an Fördergeld zu gelangen.

„Primäre Zielsetzung ist die Erweiterung der bestehenden Photovoltaikanlage unter scheinbarer Einhaltung der Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Ein solches Vorgehen entspricht nicht dem öffentlichen Interesse und konterkariert Sinn und Zweck des EEG auch im Hinblick auf die Vermeidung von Zersiedlungseffekten“, heißt es in der Stellungnahme des Ortsrates.

Hintergrund der Bemühungen einer international tätigen Firma mit Sitz in Frankfurt, Luxemburg und China sei, so der Ortsrat, Fördergeld abzugreifen, von dem nichts in der Region bleibt und auch nicht bei Landwirt Michael Ahlbrecht als Grundstückseigentümer. Wertvolles Ackerland werde zum Spekulationsobjekt für auswärtige Investoren, die auf hohe Renditen hoffen.

An der öffentlichen Sitzung des Ortsrates am Freitag im Dorfgemeinschaftshaus nahm weder der Landwirt als Grundbesitzer noch jemand von der Katzauer-Planungsgruppe (Trendelburg) teil.

15 Einwohner verfolgten die Sitzung, in der der Ortsrat von einem taktischen Handeln sprach, um an Fördergeld zu gelangen. Auf dem Feld von Landwirt Michael Ahlbrecht hat die Firma Frankfurt Energy Holding GmbH im genehmigten ersten Bauabschnitt parallel zur Bahnlinie bereits Photovoltaikanlagen errichtet und in Betrieb genommen (wir berichteten).

Für diese Art der Stromerzeugung erhalten die internationalen Geldgeber als Betreiber auch EEG-Fördergeld. Mittlerweile hat sich die Fördergrundlage geändert. Für Anlagen auf Feldern oder Wiesen gibt es kein Fördergeld mehr, nur noch für Anlagen etwa auf vorrangig als Stall genutzten Gebäuden.

Über diesen Trick mit der Alibi-Hennenhaltung wolle man am Ortsrand des Dorfes jetzt eine etwa 40.000 Quadratmeter großes Areal (der erste Bauabschnitt ist 30.000 Quadratmeter groß) verschandeln und ausbeuten, hieß es in der Sitzung.

Zur Begründung der Ablehnung heißt es vom Ortsrat weiter, das auch bei diesem Projekt keine Bürgerbeteiligung möglich scheine, weder der Flächennutzungs- noch der Bebauungsplan an der Stelle Stallgebäude vorsehe, und erhöhte Blendeffekte durch die Anlage auf den Dächern sowie starke Geruchsbelästigungen anzunehmen seien.

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