Pastorin Waßmuth-Kahle will noch nicht in den Ruhestand

Ausblick: Beim Neujahrsempfang malten Pastorin Gisela Waßmuth-Kahle (links) und Kirchenvorstandsvorsitzende Anja Kohrs sich aus, wie die Pfarrstelle zu erhalten ist. Tatsächlich will die Pastorin ihre Amtszeit verlängern. Fotos: Porath

Volpriehausen. Mit einem Sketch, einem Jahresrückblick in Bildern und einem leckeren Suppenbüfett feierte die Kirchengemeinde St. Georg im Gemeindehaus ihren Neujahrsempfang.

Die gute Nachricht für die Gemeinde: Pastorin Gisela Waßmuth-Kahle, die in diesem Jahr die Altersgrenze erreicht, möchte noch länger als Pastorin bleiben.

Wenn die Landeskirche mitmacht, bleibt Waßmuth-Kahle ihren Gemeinden in Volpriehausen, Schlarpe, Delliehausen und Gierswalde, wenigstens für zwei weitere Jahre erhalten. „Sie wissen doch, wenn Sie mal gehen, dann wird unsere Pfarrstelle gestrichen“, hieß es ganz unverblümt in dem Sketch, den Waßmuth-Kahle wie in jedem Jahr beim Neujahrsempfang mit der Vorsitzenden des Kirchenvorstands, Anja Kohrs präsentierte.

Im Sketsch wird es ein Kurort 

Also müssten Ideen her, die Gemeindepfarrstelle zu erhalten. Warum nicht einen Kurort aus Volpriehausen machen, mit eigener St. Georg-Fastenkur für Körper und Seele. Vom Kurarzt bis zum Kurpark sei alles vorhanden und mit ein bisschen Kochsalz im Wasser könne man das Freibad zum Solebad umfunktionieren. Als Kurpastor bliebe auch die volle Stelle erhalten. Schließlich gelte: „Was die Klöster mit ihren Fastenkuren können, können wir schon lange.“

Wie sehr die Kirchengemeinde in das dörfliche Leben am Bollert eingebunden ist, zeigte der Jahresrückblick in Bildern von Anja Kohrs. Vom Heidelbeerfest bis zum Anzünden des Köhlers kommen viele Menschen zu den Freiluftgottesdiensten und Gemeindefesten. Auch die Fahrten der Kirchengemeinde sind regelmäßig ausgebucht. Für dieses Jahr seien zwei Fahrten geplant, gab Waßmuth-Kahle bekannt. Am Mittwoch, 27. Mai, geht es zum Spargelhof Heuer und zum Kloster Wienhausen, am Mittwoch, 22. Juli führt die zweite Gemeindefahrt nach Hildesheim zur Michaeliskirche.

Büfett mit sieben Suppen 

Nach dem Gottesdienst mit dem Männergesangverein und dem Posaunenchor, Sketch und Bilderschau freuten sich die Gäste auf das Suppenbuffet. Dafür hatten sich die Pastorin und die Damen vom Kirchenvorstand an die Herde gestellt und sieben verschiedene Suppen, von der Möhrensuppe mit Ingwer bis zur Marseiller Bohnensuppe zubereitet, die sich alle gerne schmecken ließen. (zyp)

Stelle wird reduziert 

Fakt ist für die St. Georg-Kirchengemeinde Volpriehausen derzeit, dass Pastorin Gisela Waßmuth-Kahle Ende Juli dieses Jahres in den Ruhestand gehen dürfte, weil sie dann die Altersgrenze erreicht hat. Und nach jetzigem Stand würde die Pfarrstelle reduziert von einer ganzen auf eine Dreiviertelstelle.

Das bestätigte am Montag Pastor Bernd Ranke als stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises Leine-Solling zur Lage am Bollert. Dass Pastorin Waßmuth-Kahle ihre Altersgrenze erreicht hat, ist ihr auch auf dem Dienstweg bereits offiziell mitgeteilt worden.

Die Verlängerung ihrer Amtszeit muss dagegen aber noch beantragt und von der Landeskirche abgesegnet werden. Grundsätzlich haben Pastoren die Möglichkeit, länger zu arbeiten. Das geht bis zu drei Jahren über das Ruhestandsalter hinaus, sagte Bernd Ranke auf Nachfrage

Wenn es so gewollt ist, dann müsste die St.-Georg-Kirchengemeinde Volpriehausen das Vorhaben zunächst beim Kirchenkreis beantragen, von wo der Weg dann weiter zur Landeskirche führt, die letztendlich entscheidet. Dabei gehe es dann um das so genannte gesamtkirchliche Interesse.

Noch alles am Anfang 

Bisher stehe die Gemeinde in der Angelegenheit noch am Anfang, sagte der stellvertretende Superintendent. Als erstes würden nun Gespräche mit ihm zu führen sein. Das solle zeitnah geschehen.

Unabhängig davon gehe die Stellenplanung beim Kirchenkreis weiter und dabei sei bisher schon klar, dass es keine volle Stelle mehr am Bollert geben werde. Pastorin Waßmuth-Kahle betreut derzeit außerdem die Kirchengemeinde Bollensen.

Der stellvertretende Superintendent Ranke machte deutlich, dass wie andernorts auch Gespräche geführt werden, wie zum Beispiel durch Kooperationen mit anderen Kirchengemeinden, Eigenfinanzierung, Stiftungen oder Rücklagen finanzielle Möglichkeiten geschaffen werden können, um die ganze Pastoren-Stelle am Bollert zu erhalten. (fsd)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.