Sachverständiger Holger Foerster

Experte aus Uslar: Pilze im Winter sind kein Witz

Pilzberater Holger Foerster stellt einige Exemplare und ihre Besonderheiten vor.

Uslar – „Pilze im Winter sind kein Scherz oder Witz.“ Das sagt Holger Foerster (Uslar), bekannt neben seiner beruflichen Tätigkeit für die Gemeinde Wesertal im Uslarer Land und Umgebung seit vielen Jahren als Pilzberater und Pilzsachverständiger. Foerster fasst das wie folgt zusammen: „In der weißen und eisigen Winterzeit wie vorige Woche gibt es nicht nur wunderschöne Fotomotive, sondern auch Pilze für die Küche, davon auch noch wirklich hervorragende Speisepilze, die darüber hinaus sehr gesund sind.“

Foersters Empfehlung lautet daher, gerade in dieser Jahreszeit, in der man fast nichts machen könne und „uns dazu noch Corona einenge“ die Zeit zum Spazieren gehe zu nutzen und in Bezug auf Pilze die Augen aufzumachen. Es lohne sich. Er ruft dazu auf, in die faszinierende Welt der Pilze einzutauchen. Sie biete das ganze Jahr wunderbare Dinge für das Auge und die Küche und verweist auf die Funde der Gruppe „Holgers Pilzfreunde“.

Aus der Abteilung für das Auge, also nur zum Ansehen und nicht zum Essen, nennt er den Goldgelben Zitterling, den Birgit Heimann oberhalb von Schönhagen abgelichtet hat. Foerster: „Er sieht nicht nur schön aus, er ist unter anderem auch dafür verantwortlich, dass sich so etwas Schönes wie das Haar-Eis bildet.“

Aber auch der sehr seltene Orangeseitling, den Bernd Rüttgeroth gefunden und fotografiert hat, bezeichnet Foerster als sehr sehenswert. Er wachse nur in den Wintermonaten an Laubholz. Zudem listet Foerster den Prachtbecherling auf, den Meike und Michael Del Monaco fotografiert haben.

Aus der Gattung der teilweise sehr guten Speisepilze im Winter verweist Foerster auf den europäischen Shiitake, den Samtfußrübling, ein ergiebiger und guter Suppenpilz, der sich nicht nur in der freien Wildbahn finden, sondern der sich auch leicht auf Eschenholz kultivieren lasse.

Zu den Winterspeisepilzen gehören ferner das Judasohr, auch „Chinesische Morchel“ oder Mu-Err Pilz genannt. „Jeder, der asiatische Speisen liebt, hat ihn schon gegessen.“ Er kostet im Supermarkt pro 100 Gramm (getrocknet) 5 bis 7 Euro. Foerster: „Dabei wächst er bei uns im Winter an Schwarzem Holunder in großen Mengen. Warum kaufen, wenn man ihn doch mitten in Uslar wie zum Beispiel in der Alleestraße finden kann?“

Als einen der besten Speisepilze führt Foerster den Austernseitling auf. Er komme bevorzugt nur im Winterhalbjahr vor und sei unverwechselbar. Er wächst meist an Rotbuche, aber auch auf oder an anderen Laubbäumen und gar nicht so selten an Fichte. Es gibt auch eine ,blassere‘ Sommervariante, die sei aber nicht so geschmackvoll.

Jetzt, wo Schnee und Eis weg sind, kommen bald die 1a-Pilze, freut sich Foerster auf die Spitzmorcheln als äußerst leckere Pilze, die oft schon Ende März zu finden sind.

Pilze im Winter: Prachtbecherling.
Pilze im Winter: Samtfußrübling.
Pilze im Winter: Orangeseitling.
Pilze im Winter: Das Judasohr, auch „Chinesische Morchel“ oder Mu-Err Pilz genannt, ist unter anderem an der Alleestraße in Uslar entdeckt worden.
Pilze im Winter: Goldgelber Zitterling.

Rubriklistenbild: © Meike und Michael Del-Monaco.

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