„Pläne längst gezeichnet“

Unternehmer Woythal und sein Vater wollen Pflegeheim einrichten

Soll nach den Plänen von Sven Woythal Pflegeheim werden: Der Komplex des ehemaligen Uslarer Krankenhauses soll mit etwa 100 Betten als „Seniorenresidenz Uslar-Stadt“ ausgestattet werden. Dort könnten bis zu 80 Personen beschäftigt werden. Alle Fotos: Dumnitz

Mit Verwunderung hat der Uslarer Unternehmer Sven Woythal die Äußerungen des Lokalpolitikers Bernd Franke und seiner Fraktionskollegen zum ehemaligen Uslarer Krankenhauses aufgenommen.

Am 25. Februar dieses Jahres sei der Kaufvertrag zwischen Sven Woythal und dem Vertreter des bisherigen Gesundheitszentrums Solling (GSO) unterschrieben worden. Seither habe sich nichts an den Plänen geändert, heißt es.

Danach will Sven Woythal in den Gebäuden des alten Krankenhauses am Graftplatz nach wie vor ein Pflegeheim einrichten. Sogar der Name „Seniorenresidenz Uslar-Stadt“ stehe schon fest, sagte Harald Woythal, der nach eigenen Angaben Rentner ist und seinem Sohn Sven beratend zur Seite stehe, gegenüber der Sollinger Allgemeinen.

Woythal habe das Anwesen mit dem Ziel gekauft, dort ein Pflegeheim einzurichten. Über den Preis sei Stillschweigen vereinbart worden. Er dürfe nicht sagen, ob das Gebäude für fünf, zwei oder gar eine Million Euro verkauft worden sei, so Harald Woythal. Klar sei, dass es weder Jugendknast noch Flüchtlingsheim werde.

Nach vielen Gesprächen mit Genehmigungsbehörden für den Betrieb eines Seniorenheims sei ebenfalls klar, dass Sven Woythal nicht Betreiber des Pflegeheimes werden könne. In Verhandlung stehen Woythals deshalb mit „örtlichen und regionalen Betreibern“, die das Haus entweder für den Pflegeheimbetrieb komplett mieten oder mit Woythal als Partner betreiben.

Pläne für den Umbau: Harald Woythal mit dem Raumplan für eine Etage des Seniorenpflegeheimes. Woythal berät seinen Sohn, der sich zur Zeit des Pressegesprächs noch im Urlaub befand, die Sache aber wie sein Vater sieht.

Alle Pläne zum Umbau liegen vor, auch die nötigen Anträge zur Nutzungsänderung. Dass die Zeichnungen noch nicht zur Genehmigung beim Landkreis Northeim vorliegen und danach die Handwerker anrücken können, liegt laut Harald Woythal an den 1020 laufenden Metern alter Patienten-Akten und Röntgenbildern in den Krankenhaus-Räumen. Die wolle offensichtlich keiner haben.

Harald Woythal sieht jedoch die Stadt Uslar in der Pflicht. Der Kasseler Insolvenzverwalter Dr. Steffen Koch habe das Gebäude freigegeben. Woythals haben einen Schlüssel und bereits einen Großteil der Reste aus dem Gebäude ausgeräumt. Noch nicht verwertet seien etwa Spezialgeräte wie Röntgenapparate – und die besagten Akten.

Ein Angebot für die Verwahrung der Akten (teilweise laut Gewerbeaufsicht und Gesundheitsamt noch 27 Jahre lang) über 200.000 Euro liege der Stadt vor. Woythals hätten eines über 140.000 Euro abgegeben. Aber entschieden sei nichts.

Ziel bleibt Pflegeheim

Bevor das Gebäude nicht besenrein und aktenfrei sei, könne man nicht loslegen. Wenn es soweit ist, brauche es rund fünf Monate, bis der erste Bewohner in der Seniorenresidenz mit dem tollen Standort in der Stadtmitte einziehen könne, zeigt sich Harald Woythal zuversichtlich. Er hofft, dass das Vorhaben seine Sohnes bald umgesetzt wird.

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