Praxiskurs Limnologie im Uslarer Land: Die aus dem Wasser lesen

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An der Weser: Studierende der Uni Hannover beschäftigten sich beim Praxiskurs mit der Limnologie, der Wissenschaft der Binnengewässer als Ökosysteme, vorn links Dr. Jürgen Bäthe.

Uslar. Limnologie – was ist das? Dieser Frage gingen Studierende der Leibniz-Universität Hannover aus sieben Ländern in einem dreitägigen Praxiskurs im Uslarer Land im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund.

Sie absolvieren derzeit einen forschungsorientierten, internationalen Masterstudiengang, welcher interdisziplinäres Wissen und Schlüsselqualifikationen in wichtigen Fragen der nachhaltigen Bewirtschaftung von Wasserressourcen vermittelt.

Grundzüge der Limnologie – das ist die Wissenschaft von den Binnengewässern als Ökosysteme – wurden während des Aufenthalts im Solling am Beispiel des Northeimer Kiessees, der Ahle, des Rehbachs und der Weser praktisch erfahrbar. Messungen und Methoden zur ökologischen Beurteilung des Gewässerzustandes wurden demonstriert und angewandt.

Wasserwirtschaft

Ein Gewässer als Lebensraum für Wasserorganismen wie Bakterien, Algen, Fischnährtiere und Fische zu betrachten, ist aus Sicht eines Wasserwirtschaftsingenieurs nur ein kleiner Teilaspekt seines Arbeitsfeldes. Die Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Nutzungsansprüchen an Gewässer zu kennen und zu bewerten, um nachhaltige Wasserwirtschaft betreiben zu können, ist weltweit eine wachsende Herausforderung.

Im internationalen Programm zum Wissenstransfer mit der Bezeichnung „Water Resources and Environmental Management“ (WATENV) werden Studierende in den verschiedensten Methoden und Problemfeldern der Gewässerbewirtschaftung unterrichtet. Dr. Jürgen Bäthe vom Fachbüro EcoRing für Gewässerökologie Uslar/Hardegsen ist seit dem Jahr 2000 als Lehrbeauftragter an der Universität Hannover tätig und konnte jetzt dieses mehrtägige „feuchte“ Praktikum realisieren.

Quartier auf der Steimke

Mit der fachlichen und logistischen Unterstützung von Dr. Jörg Dietrich vom Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und landwirtschaftlichem Wasserbau der Leibniz Universität Hannover, dem X-Lab der Universität Göttingen, dem Autohaus Siebrecht und dem Hofgut Steimke wurde drei Tage lang Gewässerökologie erlebt.

Die Teilnehmer aus Indien, Indonesien, Argentinien, Ecuador, Kolumbien, England und den USA waren sehr angetan vom Solling, der ländlichen Umgebung mit interessanten Gewässern und dem rustikalen Ambiente mit familiärem Flair des Quartiers auf dem Gutshof der Familie Schöning.

Man war sich einig, dass praktische Lehrübungen am Objekt und Erkenntnisse aus eigener Anschauung einen tieferen Einblick in ökologische und wasserwirtschaftliche Zusammenhänge geben als „trockenes“ Lehrbuchwissen. Die Fortführung dieses gewässerökologischen Praktikums ist für 2016 bereits geplant. (bk)

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