Innenstadtgeschäft

Presse-Kuhn in Uslar schließt und nimmt Auszeit für neues Projekt

Uslar. Das Geschäft Presse-Kuhn in Uslar an der Langen Straße hat mangels Kundschaft geschlossen.  Inhaberin Cornelia plant aber eine Neueröffnung. Was es für ein Geschäft wird, will sie noch nicht sagen.

Die Zeiten für den Betrieb eines Ladengeschäftes an der Langen Straße in Uslar ändern sich. Nicht nur nach der Aufgabe der Fußgängerzone und Öffnung für den Durchgangsverkehr. Das hat auch Cornelia Kuhn so erlebt, die seit einigen Jahren den Betrieb „Presse Kuhn“ ihrer Schwiegereltern geleitet hat. Oft stand sie in jüngster Vergangenheit allein im Laden, weil sich Kunden offenbar anders mit Waren versorgen, die auch in ihrem Geschäft angeboten wurden.

Sie entschied: Jetzt ist es an der Zeit, etwas Neues anzufangen. Was es ist, will sie noch nicht sagen. Es sei aber nicht durch das Angebot im Internet zu ersetzen und auch im Uslarer Land bisher konkurrenzlos. Der Umbau werde aber noch eine Zeit lang dauern. Im Frühherbst will Cornelia Kuhn dann wieder ein Ladengeschäft öffnen.

Ursprünglich Malergeschäft

Wenn etwas nicht mehr läuft, dann muss man was verändern“, sagte Ingrid Kuhn, die das Geschäft „Presse Kuhn“ vorher mit ihrem Mann Gerhard betrieb, der 2015 gestorben ist. Auch Kuhns hatten einst etwas verändert, als das Farbengeschäft Klanke große Konkurrenz durch damals aufstrebende Baumärkte sowie Farben- und Tapetengroßmärkte bekam.

Die Firma Klanke wurde einst von Wilhelm Klanke gegründet. Nach einem Brand 1898 an der Langen Straße wurde vorübergehend ein Geschäft an der Mühlenstraße bezogen. Nach dem Wiederaufbau zog das Anstreicher-, Maler- und Lackierer-Geschäft wieder an die Lange Straße.

Auf Veränderung reagieren

Später übernahm Sohn Heinrich Klanke die Geschäfte, der sie wiederum Jahre später an Walter Klanke, den Vater von Ingrid Kuhn, übergab.

Ingrid und Gerhard Kuhn, sie waren seit 1960 verheiratet, waren von 1968 an verantwortlich. Die Inhaberin war ausgebildete Kauffrau im Fachbereich Farben und Tapeten. Im Hinterhaus betrieb ihr Mann zunächst noch eine Auto-Lackiererei. Danach standen beide im Ladengeschäft. „Das lief damals sehr gut, es wurde ja viel gebaut“, erinnert sich Ingrid Kuhn.

Anfang der 1980er-Jahre sei die Konkurrenz der Bau- und Heimwerkermärkte und Domänen so groß geworden, dass Kuhns wie auch viele andere Gewerbetreibende den Handel mit Tapeten, Farben und Fußbodenbelägen aufgaben.

Im Laden gab es – wie bis zuletzt – Zeitschriften, Bücher, Bürobedarf und Schulbücher. 1982 kam der Bereich Lotto Toto hinzu und das Reisegeschäft. Bis 2004 waren Gerhard und Ingrid Kuhn Inhaber, seither ist es Schwiegertochter Cornelia Kuhn.

Konkurrenz aus dem Netz

Weil viele Menschen das Internet als Marktplatz für die verschiedensten Waren nutzen, will die Inhaberin nun auf diese Veränderungen reagieren. Die Schließung sei wirtschaftlich gesehen die einzige logische Konsequenz.

Von Jürgen Dumnitz

Rubriklistenbild: © Foto: Dumnitz

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