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Protest mit geparkten Pkw im Ahletal

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Von: Frank Schneider

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In Schönhagen protestierten Anwohner wie Karl-Heinz Lumma und die Ortsratsmitglieder Jutta Obermann-Knispel, Jessica Hinnüber, Frank Schönbach und Ortsbürgermeister Herbert Hühne an der B 241 für Tempolimits. Fotos: Frank Schneider
In Schönhagen protestierten unter anderem Anwohner (v. l.) Karl-Heinz Lumma und die Ortsratsmitglieder Jutta Obermann-Knispel, Jessica Hinnüber, Frank Schönbach und Ortsbürgermeister Herbert Hühne. Fotos: Frank Schneider © Frank Schneider

Im Ahletal protestierten Lokalpolitiker und Anwohner mit geparkten Pkw für Tempolimits.

Ahletal - Es war schon ungewohnt, was die Verkehrsteilnehmer am Donnerstag von 8 bis 14 Uhr auf der B 241 in den Ortsdurchfahrten in Sohlingen, Kammerborn und Schönhagen erwartete: Dort waren bei einer gemeinsamen Protestaktion der Ortsräte an bestimmten Abschnitten Fahrzeuge so geparkt, dass der Verkehr nur abwechselnd fließen konnte.Es gab wohl die ein oder andere knifflige Situation mit kleinen Staus, bei denen man dachte, gleich geht nichts mehr. Doch löste sich dann doch wieder alles auf, berichtete Kammerborns Ortsbürgermeister Matthias Rieger.

„Es läuft gut“, freute sich Jutta Obermann-Knispel vom Ortsrat Schönhagen, die mit ihren Ortsratskolleginnen und -kollegen sowie Anwohnern an der Amelither Straße postiert war. Die konzertierte Aktion hatte ein Ziel: Das Tempo der Verkehrsteilnehmer, vor allem der Lastwagen, zu drosseln.

Dafür kämpfen die Ahletal-Ortsräte schon länger. Übergeordnet bleibt die Forderung nach einer Ortsumgehung für die drei Ahletal-Dörfer. Dafür müsse das Projekt aber im Bundesverkehrswegeplan stehen, und zwar im vorrangigen Bereich, erklärte Kammerborns Ortsbürgermeister Rieger, der von Ortsratkollegen und Anwohnern bei der Protestaktion unterstützt wurde. Weil dieser Prozess aus der Erfahrung heraus aber lange dauere, fordern die Ahletal-Ortsräte, dass so schnell wie möglich Geschwindigkeitsbeschränkungen für die Ortsdurchfahrten aufgestellt werden.

Für Kammerborn ist eine Tempobeschränkung für Lastwagen in einem Teilbereich bereits angekündigt. Der Ortsrat fordert aber Tempo 30 für Lkw in der kompletten Ortsdurchfahrt. In Schönhagen fordert der Ortsrat Tempo 70 vor dem Ort und Tempo 30 für ein großes Teilstück im Ortskern. In Sohlingen wird ebenfalls Tempo 30 für einen bestimmten Abschnitt gewünscht.

Für Schönhagen stellte Jutta Obermann-Knispel fest, dass die Protestaktion zu einem reduzierten Fahrverhalten geführt habe und sich nur wenige als Slalom-Künstler zeigten. Laut Ortsbürgermeister Herbert Hühne sei es wider Erwarten nicht zu Unmutsbekundungen der Verkehrsteilnehmer gekommen, sondern oft das Gegenteil: Die Lastwagenfahrer zeigten „Daumen hoch“.

Wichtig war den Protestlern, mit der Aktion Aufmerksamkeit zu erzeugen. Ortsbürgermeister Hühne: „Wir wollen nicht gefährden und auch keinen ärgern.“ Sein Kammerborner Amtskollege Rieger sagte es so: „Dass Lkw fahren müssen, ist unumstritten. Aber wir leben hier auch und nicht in einem Industriegebiet.“

Herbert Hühne betonte, dass Tempo 50 von Lastwagen gerade am Straßenrand „gefühlt schneller“ wahrgenommen werde. Hinzu komme die Verkehrsbelastung: Jutta Obermann-Knispel zählte einmal in gut einer halben Stunde 150 Fahrzeuge und kurz danach in 25 Minuten 100 Fahrzeuge. In Kammerborn und Schönhagen hieß es am Donnerstag auch, dass es wohl nicht die letzte Protestaktion war. (Frank Schneider)

Taktisch geparkte Fahrzeuge wie hier in Kammerborn waren wichtigster Bestandteil der Protestaktion im Ahletal.
Taktisch geparkte Fahrzeuge wie hier in Kammerborn waren wichtigster Bestandteil der Protestaktion. © Frank Schneider

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