450 Besucher auf dem Bahnsteig

Regionalzug heißt nach Zugtaufe jetzt „Uslar“

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Ordentlich nass gemacht: Bürgermeister Torsten Bauer spritzte Sekt auf den Regionalzug, der jetzt „Uslar“ heißt.

Allershausen. Eine Zugtaufe hat nicht nur die 53-jährige Lokführerin Regina Bergmann zum ersten Mal aus nächster Nähe erlebt.

Das ist auch für die Stadt Uslar eine Premiere, hieß es am Sonntagmittag, als Bürgermeister Torsten Bauer die rote Regionalbahn passend mit Alt-Uslar-Sekt auf den Namen „Uslar“ taufte.

Rund 450 Zuschauer verfolgten die Taufe von der Bahnanlage in Allershausen aus. Die Zugtaufe mit Programm sorgte für Volksfeststimmung und einen vollen Bahnsteig. Darüber freute sich Michael Fischer, Teilnetzmanager des Harz-Weser-Netzes der Bahn, der sich jetzt gern noch mehr Fahrgäste auf der Ost-West-Strecke zwischen Northeim und Bodenfelde wünscht.

Fischer ließ als erste Fahrgäste des Uslar-Zuges den Schulchor der Grundschule Schönhagen/Sohlingen einsteigen, die zuvor unter der Leitung von Willi Geiger einige Lieder vor dem großen Publikum sangen. Die Jungfernfahrt ging von Uslar bis Bodenfelde und wieder zurück. Auch zahlreiche andere Fahrgäste waren dabei, schließlich war die Tour kostenlos.

Der Manager berichtete von der technischen Ausstattung der Regionalbahn und kündigte an, dass es bald W-LAN gebe. Bisher fuhren laut Fischer 27 Bahnen auf dem Streckenabschnitt, ab dem nächsten Jahr sollen es 37 werden. Laut Fischer ist der Betrieb der Sollingbahn auf lange Sicht gesichert, sagte er unter dem Applaus der Gäste.

Sangen fröhliche Lieder zur Zugtaufe: Schüler des Chors der Grundschule Schönhagen/Sohlingen mit ihrem Chorleiter Willi Geiger (links). Fotos: Dumnitz

Uslars Bürgermeister sagte, dass nachhaltige Mobilität für die Stadt wichtig sei. Dazu gehören seiner Ansicht nach die Möglichkeit und Bereitschaft zur Bewegung. Mit der Anschaffung des neuen Zuges und der Zugtaufe seien die Möglichkeiten der Mobilität erweitert worden. Der Zug werde als rollender Botschafter für die Stadt und die gesamte Region werben.

Zum Programm der Zugtaufe gehörte eine Ausstellung von Museumsleiter Dr. Daniel Althaus über die Geschichte der Eisenbahn in Uslar und eine Miniatur-Ausstellung im alten Bahnhof von Lothar Vaupel. Für Essen und Getränke während der Feier sorgten Mitglieder es Heimat- und Kulturvereins Allershausen und des Vereins Kulturbahnhof. Der Stadtjugendring bot eine Luftballon-Aktion.

Der Allershäuser Ortsbürgermeister Reinhard Möller erinnerte in seiner Rede an die Geschichte der Bahnstrecke und den Bahnhof in Allershausen. Am 18. August 1874 sei entschieden worden, wo die Bahnstrecke verlaufe und dass es einen Bahnhof nördlich der Stadt geben soll.

In den besten Jahren habe es in der Dienststelle bis zu 70 Mitarbeiter gegeben. Jahrzehntelang sei der Bahnhof in Allershausen Mittelpunkt gewesen – als Kneipe, Treffpunkt, Vereinslokal und Kommunikationszentrum. Möller lobte, dass das Gebäude heute als Kulturzentrum genutzt wird. Er regte zum 140-jährigen Bestehen im kommenden Jahr ein Bahnhofstest an.

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