Ratsherr: Tier gefährdet Landwirtschaft und vertreibt Wanderer

Resolution verabschiedet: Wolf soll sich nicht im Solling ansiedeln

Uslar. Der Rat der Stadt Uslar hat am Donnerstag eine Resolution gegen den Wolf im Solling und im Weserbergland verabschiedet.

Der Grünen-Ratsherr Volker Ruwisch hatte sie beantragt und eine kontroverse Debatte ausgelöst.

Volker Ruwisch

Schließlich votierte der Stadtrat mit 14 Stimmen für die Anti-Wolf-Resolution. Die Stimmen kamen hauptsächliche aus dem Lager der CDU sowie von Antragsteller Ruwisch und Einzelbewerber Werner Driehorst sowie von Bürgermeister Torsten Bauer. Sechs Gegenstimmen kamen von der SPD, außerdem gab es drei Enthaltungen.

Ruwisch erklärte anfangs sein Ansinnen. Die Resolution solle ein Signal sein, dass sich der Wolf hier nicht ansiedeln dürfe, vor allem nicht in der Kulturlandschaft Solling. Er gefährde die Landwirtschaft und die Weidetierhaltung, vertreibe Wanderer, Spaziergänger und Jogger und beeinträchtige den Tourismus in negativer Weise.

Die SPD ist mehrheitlich für den Wolfes aus Gründen der Artenvielfalt. Für die SPD warb Dr. Hermann Weinreis für ein konfliktfreies Miteinander. Die Resolution ziele ins Leere, sagte Dr. Weinreis: Zum einen könnten Wölfe nicht lesen, zum anderen würden keine Maßnahmen genannt, wie ein Wolfsvorkommen verhindert werden könne.

Die CDU ließ ihre Mitglieder ohne Fraktionszwang abstimmen. Doch bevor es dazu kam, folgte eine zum Teil verwirrende Debatte. So wurde unter anderem klar, dass nicht allen die derzeit aktuelle Resolution vorlag.

In einer Sitzungsunterbrechung erklärte Helmut Weiß, Sprecher der Landesarbeitsgruppe Wolf im Naturschutzbund (Nabu) Niedersachsen, dass der Wolf nicht angesiedelt werde, sondern von allein komme und ein Zaun um den Solling wohl kaum zu realisieren sei. Touristisch werden die Wolfsvorkommen zum Beispiel in Ostdeutschland schon vermarktet. Das könne der Solling auch.

Die Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Dassel-Einbeck, Sabine Schumacher, sagte, dass sie ihre Schafe mit schlagstarken Weidezaungeräten schütze und diese subventioniert werden wollten.

Winfried Müller aus Delliehausen, allseits bekannter Fachmann für Wald, Jagd und Natur, forderte Schutz für die Kulturlandschaft Solling vor dem Wolf. Andere Regionen könnten das Wildtier verkraften, nicht aber der Solling.

Simone Stolzenbach sagte für den Kreisverband der Grünen, dass der Resolutionsantrag von Ruwisch nicht mit der Politik der Grünen übereinstimme, es handele sich um eine private Aussage von Ruwisch.

Ein Antrag zur Geschäftsordnung von der SPD sorgte dann noch einmal in den Reihen des Rates für Diskussionen, bevor es zur Abstimmung kam.

Die Resolution geht nun ans Land Niedersachsen ins zuständige Ministerium.

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