Bebauungsplan wird weiter verfolgt

Rossmann will an die Wiesenstraße in Uslar

Uslar. Für den Bau eines Drogeriemarktes an der Wiesenstraße in Uslar werden die Beratungen und die öffentliche Beteiligung zum Bebauungsplan fortgesetzt.

Darauf einigte sich der Wirtschafts-, Umwelt- und Entwicklungsausschuss Uslar in jüngster Sitzung in der Rathaushalle.

Über 40 Zuhörer verfolgten die Beratungen der fast dreieinhalbstündigen Mammut-Sitzung, an deren Anfang mit dem Bebauungsplan Nr. 67 „Wiesenstraße West“ gleich Brisanz steckte. Es geht darum, dass die Firma Rossmann an die Wiesenstraße umziehen möchte, weil der Standort an der Langen Straße der Firma zu klein ist. Vor allem die Kaufleute befürchten, dass dann ein sogenannter Frequenzbringer in der Innenstadt fehle und negative Folgen für die dort verbleibenden Geschäfte eintreten.

Auf der anderen Seite habe Rossmann verkündet, ganz aus Uslar wegzugehen, wenn man sich nicht an der Wiesenstraße ansiedeln könne. Die Lokalpolitiker – mit Ausnahme der Bunten Ratsgruppe – folgten dem Argument, lieber einen Rossmann an der Wiesenstraße zu haben, als gar keinen.

Das sagt die Politik

Die CDU kenne alle Belange, so ihr Sprecher Wilfried Fischer, und wisse, dass sich Rossmann zum Standort Uslar bekenne. Die SPD habe laut Matthias Rieger Verständnis für die Sorgen der Innenstadt-Kaufleute, stimme deshalb mit Bauchschmerzen für die Wiesenstraße.

Die UWG fände den Rossmann laut Heidemarie Steingräber in der Innenstadt auch besser, wolle sich aber der allgemeinen Entwicklung nicht verschließen.

Gabriele Kahn (Grüne) sagte, dass die Bunte Ratsgruppeden B-Plan nach wie vor kategorisch ablehne. Man habe sich „viel zu lange erpressen lassen von Siebrechts und Rossmann“, die damit drohten, Uslar zu verlassen. Einzelbewerber Werner Driehorst forderte, mehr auf die Industrie- und Handelskammer zuzugehen, die gegen die Wiesenstraßenpläne sei.

Sitzungsunterbrechung

In einer Sitzungsunterbrechung sagte Gabriele Schefft-Schilke, dass ein Ungleichgewicht zwischen Wiesenstraße und Innenstadt entstehe, wenn die neuen Pläne freigegeben würden. Man befürchte in der Innenstadt vor allem Frequenzverluste.

Maik Siebrecht versicherte, dass sein Autohaus Uslar nicht verlasse. Man wolle auch die Innenstadt nicht schwächen. So habe er mit der Gründung der Wirtschaftsvereinigung Region Uslar und als deren früherer Vorsitzender viel für die Innenstadt getan und nach wie vor Interesse an einer belebten Innenstadt, zumal das auch ein Argument für künftige Mitarbeiter sei, die dann lieber nach Uslar zögen.

Steffi Kurz, Kauffrau und beratendes Mitglied im Ausschuss, forderte die Einwohner auf, zum Bebauungsplan Stellung zu beziehen und Vertreter aus dem Hause Rossmann und den Vermieter des Innenstadtmarktes in den Ausschuss einzuladen und nicht immer nur über deren Aussagen zu spekulieren.

Das sagen Planer und Stadt

Ralf Mohr von der Stadtverwaltung und Planer Michael Keller machten zum B-Plan deutlich, dass es sich um eine Änderung und keine Neuaufstellung handele und der Hochwasserschutz künftig eine größere Rolle spiele und bereits berücksichtigt werde. Mohr entkräftete auch das Argument, wenn Rossmann gehe, kämen eben andere Drogeriemärkte: Die wollten auch nur in die Wiesenstraße.

Die Zustimmung des Ausschusses bedeutet nun, dass die B-Plan-Änderungen öffentlich ausgelegt werden und im Herbst endgültig entschieden wird. 

Rubriklistenbild: © Archivfoto: Jürgen Dumnitz

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