Rückschnitt in der Feldmark bei Uslar und Wiensen erhitzt die Gemüter

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Bis auf den Boden abgesägt: Hermann Wegener zeigt eine Stelle in der Feldmark Warneckenfeld/Reitliehausen, auf der kaum noch was steht.

Uslar/Wiensen. Der Grünschnitt in der Feldmark in der angehenden Frühlingszeit sorgt im Uslarer Land für Aufregung. Naturliebhaber befürchten, dass immer mehr Büsche und Gehölze als wichtige Biotope in der Feldmark verschwinden. Übrig bleiben ihre Meinung nach nur noch riesige Agrar-Nutzflächen.

Jüngstes Beispiel: Hermann Wegener aus Uslar, bekannt als engagierter Naturfreund, kritisiert den „brutalen Rückschnitt“ in der Feldmark zwischen Uslar und Wiensen in den Bereichen Reitliehausen und Warneckenfeld. Dort seien Gehölze mit Wurzelstock herausgerissen, Sträucher komplett entfernt und Böschungen weitgehend vom Buschwerk gesäubert worden. „Nistmöglichkeiten für Vögel sind kaum noch vorhanden“, berichtet Wegener über die Folgen des seiner Meinung nach zu resoluten Rückschnitts.

Es gehe hier nicht mehr um den Naturschutz. Dahinter stecke Methode, sagt Wegener. Er habe einerseits Verständnis für die Landwirtschaft, die heutzutage auf jeden Meter Agrarfläche angewiesen sei.

Doch derartige Abholzaktionen an den Feld- und Wegesrändern wie in diesem Falle widersprechen laut Wegener eindeutig dem Klimaschutzabkommen der Stadt und den Vorgaben der Naturschutzbehörde. Der Uslarer verweist vor allem auf die Folgen, wenn Insekten und Niederwild keinen Lebensraum mehr haben.

Thomas Sattler von der Stadtverwaltung sagte auf Anfrage, dass der Rückschnitt in der genannten Feldmark in dem Umfang nicht abgesprochen gewesen sei. Es komme öfter vor, dass mehr abgeschnitten werde, als es vereinbart worden sei. In diesem Fall sei eine Ersatzbepflanzung von 100 neuen Sträuchern angeordnet worden.

Ortsbürgermeister wehrt sich

Diese Vorwürfe weist der Wienser Ortsbürgermeister und Landwirt Henning Gehrke komplett zurück und zeigt keinerlei Verständnis. Er berichtet, dass alles mit der Jagdgenossenschaft und mit der Stadt abgesprochen worden sei. Der Rückschnitt sei täglich beaufsichtigt worden und habe so stattgefunden, wie das abgesprochen war. Es sei nichts abgeholzt und kahlgeschlagen worden, sagt Gehrke. Am Anfang sei sogar Helmut Rang als Vertreter der Naturschutzbehörde vom Landkreis dabei gewesen.

Keine Aufforderung erhalten

Eine Aufforderung, Ersatzbepflanzungen vorzunehmen, habe er nicht erhalten, versichert Gehrke. Das sei eine Frage gewesen, die gestellt worden sei, und er habe angekündigt, dass man sich darüber unterhalten könne.

Für Gehrke ist das Ganze nicht nachvollziehbar. Die Aktion sei angemeldet, war beaufsichtigt und habe zu keinerlei Beanstandungen geführt. „Und hinterher kommen dann Artikel in die Zeitung“, ärgert sich Gehrke. Er wisse nicht, was er noch machen solle. (fsd)

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