Umfrage unter Ortsbürgermeistern

Die Schneemassen sind das Problem in Uslar und den Dörfern

Schneepflug auf Bürgersteig an der B 241 in Uslari im Einsatz: Räumdienste wie hier der Bauhof der Stadt Uslar hatten viel zu tun.
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Räumdienste wie hier der Bauhof der Stadt Uslar hatten viel zu tun.

Stimmungsbild aus Uslar und den Ortsteilen im Umgang mit den Schneemassen.

Uslar - Das Tauwetter hat zwar eingesetzt, bis die Schneemassen jedoch geschmolzen sind, werden noch einige Tage im Uslarer Land vergehen. Einer der größten weißen Berge wurde in Dinkelhausen auf dem Dorfplatz aufgetürmt. Tagelang waren die Räumdienste im Einsatz, auch viele Bürger sind ihren Pflichten nachgekommen. Es gab aber auch Beschwerden und Probleme – vor allem aber jede Menge Eigeninitiative meistens von Landwirten und Traktorenbesitzern, die beim Schneeräumen halfen. Und vielerorts gab es die Nachbarschaftshilfe, wenn es erforderlich war.

Insgesamt gesehen ist die Lage in Uslar und den Ortsteilen aber relativ entspannt, wie eine Umfrage der HNA Sollinger Allgemeine unter den Ortsbürgermeistern und Ortsbeauftragten ergab. Hier das Stimmungsbild aus Uslar und den Dörfern.

Ahlbershausen

In Ahlbershausen zeigte sich Ortsbürgermeister Hans-Joachim Borchert zufrieden. Das Unternehmen Jaros habe wie bisher gut gearbeitet. Es gab keine Beschwerden beim Ortsbürgermeister. Er habe selbst Schnee bei sich weggefahren, das sei auch im Oberdorf auf privater Basis geschehen. Die Leute helfen sich selbst, wenn sie können.

Allershausen

Ortsbürgermeister Reinhard Möller berichtet von einem gelassenen Umgang mit dem vielen Schnee in Allershausen. Einige hätte sich ungeduldig gezeigt wegen der Räumdienste, aber grundsätzlich habe Verständnis geherrscht, weil es so viel Schnee war. Er selbst habe auch nichts anders gemacht, als Schnee geschippt.

Bollensen

Ortsbürgermeister Stefan Riehm hat Unmut erlebt, weil Bollensen auf dem Tourenplan des Räumdienstes am Ende stehe, aber auch positive Erkenntnisse gewonnen: Bürger, Landwirte und der Bauhof haben die Schneeberge bewältigt. Sehr gut angekommen ist, dass die Landwirte in der Feldmark zwei bis drei Runden „hinter der Bahn“ geräumt haben, weil das äußerst beliebte Spazierstrecken sind, die reichlich genutzt würden.

Delliehausen

Die Bilanz der Delliehäuser Ortsbürgermeisterin Sabine Kleinert lautete: „Unter den Gegebenheiten war es okay.“ Straßen und Wege waren nach dem Räumen nur noch sehr schmal. Für die Seitenstraßen sei auf Nachfrage recht schnell reagiert und geräumt worden. Zudem gab es Eigeninitiativen mit Treckern. Beschwerden blieben aus.

Dinkelhausen

Laut Ortsbürgermeister Dietrich Klinkermann gab es in Dinkelhausen keine Besonderheiten. Einen Lastwagen, der an der Malliehäger Straße in den Graben gerutscht war, wurde rausgezogen. Die Landwirte hätten sich selbst geholfen, auch die Zufahrt zum Feuerwehrhaus wurde in Eigenregie freigeräumt. Mitte der Woche wurde der Parkplatz am Fuße des Katzenbergs geräumt.

Eschershausen

Im Großen und Ganzen war in Eschershausen laut Ortsbürgermeister Jens Wasmund nichts zu beklagen. Er hätte sich aber gewünscht, dass die Stadt die Straßen kontrolliert und auch die Nebenstraße räumt, wenn es zeitlich passt. Er und andere Landwirte waren mit Traktoren im Einsatz, um Parkplätze am Feuerwehrhaus und Straßen so zu räumen, dass zwei Autos nebeneinander passten.

Fürstenhagen

In Fürstenhagen hat aus Sicht von Ortsbürgermeister Jens Siebert der Räumdienst gut funktioniert: „Alles war sehr unspektakulär und geprägt von gegenseitiger Rücksichtnahme.“ Wichtig war, dass die Straßen frei waren. Und der Graseweg wurde gut genutzt zum Rodeln und Skifahren.

Gierswalde

Insgesamt erträglich war es laut Ortsbürgermeister Bernhard Ruwisch in Gierswalde. Er schlägt vor, die Liste aus dem Jahr 2015 mit der Reihenfolge beim Räumen der Straßen zu überarbeiten. Denn seiner Meinung nach sei es unglücklich, wenn an der Langen Trift zweimal am Tag geräumt wird und mitten im Dorf gar nicht. Ein Einwohner kam deshalb zwei Tage nicht mit dem Auto zur Arbeit, erzählte Ruwisch.

Kammerborn

Für Ortsbürgermeister Matthias Rieger war es nicht zufriedenstellend, dass in Kammerborn die steile Buchenbergstraße nur einmal am Anfang und dann erst zwei Tage später wieder geräumt wurde. Er zählte acht bis zehn Beschwerden von Einwohnern. Ansonsten müsse man das so hinnehmen: Auf die Schneemassen sei man nicht vorbereitet. Dafür funktioniere es auf dem Dorf mit der gegenseitigen Hilfe. Sein Vorschlag: häufiger räumen und dafür entweder mehr Firmen bei solch einer Lage zu beauftragen oder den Bauhof personell aufzustocken.

Offensen

In Offensen war alles gut, sagte Ortsbürgermeister Matthias Schön: Die Fußwege waren zwar eng, aber bis auf die Nebenstraßen die Steilstrecken und Hauptstraßen gut geräumt. Beschwerden bei ihm gab es nicht, die meisten Einwohner hätten Eigeninitiative ergriffen.

Schlarpe

Ortsbürgermeister Andreas Stänger aus Schlarpe bezeichnet das, was der Bauhof und die beauftragten Firmen bei diesem Winterdienst geleistet haben, als „hervorragend“ und verweist auf die Zustände in Northeim und Göttingen, die er selbst erlebt habe. In Schlarpe war teilweise Gegenverkehr möglich und Waldwege für Spaziergänge sogar geschoben.

Schönhagen

In Schönhagen war es nach den Worten des Ortsbeauftragten Stefan Wtorek problematisch und der Räumdienst ausbaufähig. Er hätte sich gewünscht, dass mehr nachgearbeitet worden wäre. Er will das nicht als Vorwurf verstanden wissen, zumal es so viel Schnee war. Viele Bürger wären ihren Pflichten nachgekommen, aber nicht jeder. Zudem gab es Eigeninitiative wie am Schusterberg und an anderen Strecken.

Schoningen

Komplikationslos war es laut Ortsbürgermeister Ute Leßner-Schminke in Schoningen. Bei ihr gab es auch keine Beschwerden, dafür hätten viele Schoninger Eigeninitiative gezeigt und sich gegenseitig geholfen. „Bei den Massen war es nicht einfach, aber wir haben den Schnee halt weggeschippt.“

Sohlingen

Ortsbürgermeister Frank Blumenberg zeigte sich aus Sohlinger Sicht im Großen und Ganzen zufrieden. Es war zwar eng, etwa an der Bleichstraße, aber es ging. Für die Draußenparker war die Situation nicht einfach. Gut angekommen ist der Einsatz von vier Quad-Fahrern, die mit Schneeschilden Bürgersteige freiräumten.

Uslar

Ortsbürgermeister Arno Riedke bekam in der Kernstadt fünf Anrufe, ob nicht geräumt werde oder ob nicht eine andere Reihenfolge gewählt werden könne. Allgemein war es aber nach seinen Worten mit einem normalen Auto zu schaffen, durch den Schnee zu kommen. Dem Bauhof attestierte er einen guten Einsatz. Aufwändig war es in der Innenstadt, in der Radlader und Lastwagen eingesetzt wurden, um die Schneemassen wegzubringen.

Vahle

Mark Baller, Ortsbeauftragter und kommissarischer Ortsbürgermeister, sah mehr Schatten als Licht nach dem Wintereinbruch für Vahle. Er hätte nach seinem Anruf bei der Polizei erwartet, dass der Messeschnellweg wegen Verwehungen wie früher gesperrt wurde. Es passierte aber nichts. Im Dorf selbst war es nach seinen Worten eine Katastrophe: Er hat erwartet, dass mehr geräumt werde und dass einige Anwohner den Schnee in den Garten statt auf die Straße schieben. So war er mit seinem Traktor im Einsatz und räumte unter anderem die Busspur frei. Bei derartigen Schneemassen schlägt er vor, einen Plan  B aufzustellen.

Verliehausen

Für Friedbert Leßner, Ortsbürgermeister in Verliehausen, war alles gut. Die Leute hätten sich selbst geholfen, mit Treckern und Schaufeln. Zurzeit wünscht er sich, dass zum Tauwetter kein Regen hinzukomme wegen der Hochwassergefahr im Dorf.

Volpriehausen

Gerd Kimpel gibt sich als Ortsbürgermeister von Volpriehausen zufrieden, auch wenn sich immer noch riesige Schneeberge auftürmten. Die müsste man wohl noch wegbringen. Er dankte besonders Karl-Heinz Kirchhoff aus Schlarpe der mit seinem Traktor den Thieberg, am Wald lang und die Mittlere Volperstraße geschoben habe sowie der Firma Mester für die Bürgersteigräumung.

Wiensen

Nach den Worten von Henning Gehrke, Ortsbürgermeister in Wiensen, ist alles „gesittet abgelaufen“. Er habe mit Traktoren und einem Quad in den besonderen Lagen nachgeräumt. Zudem wurden Feldwege fürs Schlittenfahren und zum Spazieren gehen präpariert. Frank Schneider

Schneeberge gab es nach dem Wintereinbruch überall im Uslarer Land, einen der höchsten aber wohl in Dinkelhausen auf dem Dorfplatz.

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