Neuhaus/Solling

Schwelbrand im Seniorenheim - 37 Bewohner werden ins Freie evakuiert

Verkohlte Wäsche wurde aus dem Gebäude gebracht: Unter Atemschutz räumte die Feuerwehr den Wäscheraum leer. Im Freien wurden die teils noch qualmenden Textilien abgelöscht.
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Verkohlte Wäsche wurde aus dem Gebäude gebracht: Unter Atemschutz räumte die Feuerwehr den Wäscheraum leer. Im Freien wurden die teils noch qualmenden Textilien abgelöscht.

Neuhaus – In einem Senioren- und Pflegeheim an der Straße Wiesengrund in Neuhaus hat es am Pfingstsonntag gebrannt. Gegen 10 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, nachdem die Brandmeldeanlage im Haupthaus ausgelöst wurde.

37 Heimbewohner und acht Mitarbeiter der Einrichtung wurden aus dem Gebäude ins Freie evakuiert. Wenige Minuten später waren die ersten Feuerwehren aus Neuhaus und Silberborn vor Ort. Nachalarmiert wurden weitere Feuerwehren aus dem Kreis Holzminden, die Uslarer Drehleiter sowie Notarzt und Rettungsdienste (Technisches Hilfswerk, DLRG).

Verletzt wurde niemand. Eine Seniorin wurde zwar in ein Krankenhaus transportiert, das hatte aber laut dem leitenden Notarzt Dr. Andreas Schindler nichts mit dem Feuer im Haus oder mit möglichen Rauchgasen zu tun.

Evakuierte Bewohner wurden im Garten (hinter dem Zaun) der Pflege- und Senioreneinrichtung betreut.

Wegen der starken Rauchentwicklung im Gebäude war es zunächst nicht klar, wo es brannte. Feuerwehrleute gingen unter schwerem Atemschutz vor und lokalisierten den Wäscheraum im Keller.

Nach der Zwangsbelüftung des Gebäudes und Löscharbeiten im Innern wurden bergeweise verkohlte Wäsche (Handtücher, Bettwäsche, Laken und Regalteile) ins Freie getragen und dort abgelöscht. Zeitweise waren über 100 Rettungskräfte im Einsatz, darunter auch Notfallseelsorger, DLRG-Aktive und das Technische Hilfswerk, die sich im Garten des Heims um die Bewohner kümmerten. Laut der Holzmindener Polizei sei die Brandursache noch unklar, die Brandstelle wurde beschlagnahmt und die Ermittlungen dauern an.

Zuletzt hatte es am Anfang Februar dieses Jahres in einem Zimmer des Nebengebäudes der Einrichtung am Waldrand gebrannt. Das Feuer sei laut Seniorenheim-Inhaber Hermann Rohlfs (Uslar) damals durch eine brennende Zigarettenkippe eines Bewohners entstanden. Rauchen sei zwar streng verboten in dem Senioren- und Pflegeheim, er vermutet jedoch auch diesmal eine Kippe als Grund für den erneuten Schwelbrand im Wäschekeller, wolle aber den Ermittlungen nicht vorgreifen.

Alle Bewohner würden in Zimmern im gerade sanierten Nebengebäude und in Räumen seines zweiten Seniorenheims nur wenige Hundert Meter entfernt in Neuhaus untergebracht, sagte Rohlfs vor der Presse.

Er lobte seine Mitarbeiter, die besonnen reagiert hätten, die Einsatzkräfte, die alles „sehr gut, schnell und professionell“ organisiert hätten und das funktionierende Sicherheitssystem etwa mit Brandmeldern in seinem Haus. So sei Schlimmeres verhindert worden. Die Höhe des Schadens war zunächst noch nicht abzuschätzen. jde

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