39 Jungen und Mädchen aus achten Klassen ließen sich zu Streitschlichtern schulen

Scouts gegen Stress im Bus

Trainer und die neuen Bus-Scouts: Ihre Zertifikate nach der 16 Schulstunden umfassenden Zusatzausbildung bekamen diese Achtklässler jetzt bei einer Dankeschön-Feier mit Bowling in der Uslarer Pizzeria Dolce Vita. Mit dabei waren auch Lehrer. Foto: Dumnitz

Uslar. Nachwuchsmangel gibt es nicht. Das Interesse von Jungen und Mädchen aus den achten Jahrgängen der Uslarer und Bodenfelder Schulen an einer Bus-Scout-Ausbildung ist ungebrochen hoch.

Diesmal konnten gar nicht alle Interessierten mitmachen, sagte Torsten Uhlendorff jetzt am Rande der Dankeschön-Feier mit Pizza und Bowlingspaß im Uslarer Restaurant Dolce vita anlässlich der Ausgabe der Zertifikate.

Aus den Uslarer Schulen wurden 20 Schüler aus den Ortsteilen zwischen 13 und 15 Jahren ausgebildet, aus Bodenfelde waren es 19 Schüler. Sie sind alle Nutzer der Schulbusse und wollen auf den Fahrten zwischen Schule und Zuhause dafür sorgen, dass Streitigkeiten nicht eskalieren. Ihr Anliegen ist es, dass die Mitschüler friedlich miteinander umgehen - eine Art Streitschlichter, aber keine Hilfssheriffs, denn sie sollen das Gespräch zwischen Kontrahenten suchen, wenn es Stress im Bus gibt. „Die Scouts sollen an Haltestellen und während der Busfahrt dafür sorgen, dass Gewalt und Aggression keine Chance haben“, sagte Trainer und Koordinator Torsten Uhlendorf (Gieselwerder).

Zertifikate für Scouts 

Es gibt im Uslarer Land jetzt acht neue Scouts an der Sollingschule, zehn am Gymnasium und zwei an der Albert-Schweitzer Förderschule. Die 20 zertifizierten Bus-Scouts sind: Julian Hubl, Laura Fuchs, Angelique-Chantal Jagdmann (alle Bodenfelde), Lennart Busch, Linda Utermöhle (beide Schönhagen), Jannik Bertram (Schoningen), Christian Rojahn, Cora Hoffmann (beide Delliehausen), Elisa-Beatrice Ruß (Amelith), Lisa Magdalena Renders (Hardegsen), Luca-Elias Müller, Mailin Don (beide Lippoldsberg), Marla Diedrichs (Oedelsheim), Joshua Rolf (Wahmbeck), Eric Menschel (Verliehausen), Timm Krist (Offensen), Saskia Scheike (Volpriehausen), Niklas Steckel, Sebastian Brecht (beide Schlarpe) und Maximilian Sawkins (Vernawahlshausen).

Die 19 Bus-Scouts der Heinrich-Roth-Gesamtschule Bodenfelde sind: Kira Albrecht (Gieselwerder), Angelina Schulte (Lippoldsberg), Alexander Jenne, Kevin Eyhusen (beide Oedelsheim), Jonas und Johanna Tölle, Myleene Herbold (alle Arenborn), Johannes Freybott (Vernawahlshausen), Sven Schwanitz, Max Fischer, Fabian Nixdorf, Maren Meseke (alle Schoningen), Luisa Kassner (Bollensen), Jonas Johnson (Schlarpe), Severin Kasten (Schönhagen), Maurice Wicke, Sascha Saxen, Finn Derice Borchert (alle Uslar) und Tobi Horstmann (Wiensen).

Realisiert worden ist das regionale Bus-Scout-Projekt vom Zweckverbandes Südniedersachsen (ZVSN), dem Verkehrsverbund Südniedersachsen (VSN) mit dem Regiobus-Unternehmen Uhlendorff und Polizist Florian Reschke vom Uslarer Polizeikommissariat. Der ZVSN finanziert die rund achtwöchige Ausbildung.

Betreuende Pädagogen waren: Susanne Roth, Evi Mantel, Andreas Hannig, Sonja Gierke und Roswitha Gnadt. An den Uslarer Schulen sind insgesamt 60 Scouts aktiv, in Bodenfelde 51.

Projekt läuft seit Jahren 

Das bundesweite Projekt mir den Bus-Scouts gibt es seit acht Jahren. Mittlerweile beteiligen sich allein in Südniedersachsen 64 Schulen daran.

Seit 2007 wurden landesweit bisher 7200 Schüler der weiterführenden Schulen von knapp 40 Trainern und Lehrern für ihre speziellen Aufgaben ausgebildet.

Im Sommer 2013 zeichnete die damalige Bundesjustizministerin Leuthäuser-Schnarrenberger in Berlin das Bus-Scout-Projekt als größtes Zivilcourage-Programm dieser Art in Deutschland aus.

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