Arbeiten an der Bundesstraße

Betonwand soll Ahlequelle im Solling sichern

Im Naturschutzgebiet: Die Ahlequelle im Solling unterhalb der Bundesstraße 497 auf Höhe der Landkreis-Grenze (Northeim/Holzminden) zwischen Schönhagen und Neuhaus. Zum Schutz des Quellgebiets wurden jetzt eine Schutzwand und Oberflächenwasser-Abläufe gebaut.
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Im Naturschutzgebiet: Die Ahlequelle im Solling unterhalb der Bundesstraße 497 auf Höhe der Landkreis-Grenze (Northeim/Holzminden) zwischen Schönhagen und Neuhaus. Zum Schutz des Quellgebiets wurden jetzt eine Schutzwand und Oberflächenwasser-Abläufe gebaut.

Jetzt ist ein Ende der Anfang Oktober 2020 begonnenen Bauarbeiten im Bereich der Bundesstraße 497 zwischen Schönhagen und Neuhaus in Sicht.

Schönhagen/Neuhaus - Während die Sanierungsarbeiten an der Asphaltschicht seit einigen Wochen abgeschlossen sind, dauern die Arbeiten zur Sicherung des Quellgebiets der Ahle voraussichtlich noch gut drei Wochen. Per Ampel wird der Verkehr einseitig am etwa 300 Meter langen Baustellenbereich vorbeigeleitet.

Am Montag und Dienstag haben Mitarbeiter des Betonwerks Hans Abel GmbH & Co. KG (Köthen/Sachsen-Anhalt) die pro Stück gut vier Tonnen schweren Stahlbeton-Fertigteile als miteinander verbundene Stützwand an der unteren Straßenseite zum Quellgebiet hin aufgestellt.

Auf rund 220 Meter Länge soll die knapp 90 Zentimeter hohe und speziell geformte Betonwand verhindern, dass Fahrzeuge von der Straße in den Wald und damit ins Quellgebiet rauschen können.

Durch ein unter der Straße eingebautes Rohrleitungsnetz mit Einläufen an der neuen Schutzwand soll zudem verhindert werden, dass verunreinigtes Oberflächenwasser ins Einzugsgebiet der Quelle gelangen kann, hieß es vor Ort. Etwa bei einem Unfall, wenn Öle auslaufen. Diese Flüssigkeiten gelangen durch das Kanalnetz nicht in das Quellgebiet und können im Bedarfsfall etwa mit einer Ölsperre aufgefangen werden.

2017 hatten die Niedersächsischen Landesforsten auf Bestreben und unter Mitwirkung des Solling-Zweigvereins Neuhaus das Areal der Ahlequelle umgestaltet und renaturiert. Seither fließt das Quellwasser aus einem Quellteich sofort als freies Fließgewässer weiter.

Die Stadtwerke Holzminden GmbH haben bereits 1973 mit der Verwaltungsreform die Wasserversorgung für die Solling-Orte Neuhaus, Silberborn, Mühlenberg und Fohlenplacken übernommen. Neuhaus bezog laut Vorstand Thorsten Welling schon lange Trinkwasser von der Ahlequelle, etwa 1976 seien Silberborn, Mühlenberg und Fohlenplacken hinzugekommen. Zuletzt sei in den 1980er Jahren zur langfristigen Sicherstellung der Trinkwasserversorgung ein Tiefenbrunnen in der Nähe der Ahlequelle eingerichtet worden.

Das überschüssige Wasser fließt als Ahle vorbei an Schönhagen, Kammerborn, Sohlingen und Uslar und mündet bei Schoningen in die Schwülme.

Die Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat für die Straßensanierung und die Sicherungsmaßnahmen im Quellbereich insgesamt rund 1,43 Millionen Euro veranschlagt, die der Bund trägt. Die Abrechnung erfolgt erst nach Abschluss der Arbeiten.

Die Ahlequelle ist über Wanderwege erschlossen und wird von Touristen und Einheimischen gleichermaßen oft besucht. Das kann auch so bleiben, denn am Ende der neuen Betonwand in Richtung Neuhaus bleibe ein Zuweg möglich.

Im Quellbereich gibt es neben Informationen über die Quelle im Landschaftsschutzgebiet seit vier Jahren auch einen neuen Unterstand als Ersatz für eine abgerissene Hütte aus den 1960er Jahren.

Von Jürgen Dumnitz

Am Wanderweg: Die Ahlequelle im Solling.
Die Ahlewiesen sind ein geschützter Lebensraum: Im Naturschutzgebiet gelten besondere Vorschriften zum Schutz von Wasser, Boden, Pflanzen und Tieren.
Aufbau der tonnenschweren Stahlbeton-Formteile: Mitarbeiter der Betonbaufirma Hans Abel aus Köthen bauten die Schutzmauer per Lkw-Spezialkran auf vorgefertigten Fundamenten innerhalb von zwei Tagen auf.

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