Mitmachaktionen

Neue Sonderausstellung im Uslarer Museum dreht sich um Hüte

+
Mit Hut, Hutschachtel und Gedicht: So kam Gerda Tecklenburg zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung über Kopfbedeckungen ins Uslarer Museum.  

Uslar. Im Uslarer Museum ist noch bis zum 22. September die Sonderausstellung "Kopfsache - Hüte und andere Kopfbedeckungen" zu sehen.

Gerda Tecklenburg hatte zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung gleich zwei Hüte mitgebracht, einen davon in einer mit Tulpen bemalten Hutschachtel - und ein Gedicht aus ihrer Hochzeitszeitung: „Gehst du mal auf eine Reise, sei klug und immer weise. Nimm einen Hut im Koffer mit, das ist ein guter alter Trick.“

Heute spielen Hüte im öffentlichen Erscheinungsbild der Menschen nur noch eine untergeordnete Rolle. Bis in die 1960er-Jahre hinein war das noch anders, so wie auf einem Foto an einem Hut zu sehen, dass Konrad Adenauer und Willy Brandt mit Homburg zeigt.

Elbsegler und Basecap

Zur Ausstellungseröffnung kamen etliche Gäste wie Gerda Tecklenburg mit Kopfbedeckung. Justus Pahlow beispielsweise trug einen verblichenen Elbsegler, Simon Heider eine Fedora-Variante, Dr. Ludger Kappen eine weiße Schirmmütze und Heinrich Sielhorst ein Basecap mit einem goldfarbenen Caterpillar-Emblem. „Das ist wie ein Orden“, sagte er.

„Unbehütet“ kam Uslars Bürgermeister Torsten Bauer. Dafür führte Kuratorin Astrid Vettel, die mit Unterstützung von Charlotte Kalla die Wanderausstellung des Landschaftsverbandes Südniedersachsen vorbereitet hatte, launig die unterschiedliche Wirkung von Kopfbedeckungen vor – vom muslimischen Hidschab (ein Kopftuch, das Haare, Ohren und Hals bedeckt), über eine Baskenmütze bis hin zum Strohhut.

Die Reaktionen auf die Hidschab hatte sie selbst mit einer Freundin bei einer Party getestet. „Wir wurden beäugt. Bist du das, Astrid?“, sei sie gefragt worden. „Es war ein großes Befremden im Raum. Mit Kopftuch hatten wir uns total verändert.“

Kleider machen eben Leute und Kopfbedeckungen können den Unterschied ausmachen. Dabei, so Bürgermeister Bauer, ist eine Kopfbedeckung nicht nur Witterungsschutz und ein modisches Statement, sondern auch ein Statussymbol, das die Autorität des Trägers definieren kann. Und mitunter zu Spott einlädt, etwa als die Bewohner des Sollings, so Bauer, Mitte des 19. Jahrhunderts den Adler auf den preußischen Pickelhauben zum Kuckuck machten.

Viele Redewendungen verwenden auch den Begriff des Huts: Wenn von einem alten Hut die Rede ist, wissen nach wie vor die meisten, dass damit etwas schon längst Bekanntes gemeint ist. Und wenn jemand etwas aus dem Hut zaubert, ist damit eine Überraschung verbunden.

Meyers zeigen Restbestände

Lobend erwähnte Bauer, dass Ulrike und Jürgen Meyer Restbestände ihres früheren Hutgeschäfts für die Ausstellung zur Verfügung gestellt haben, Andrea Vaupel ihre Hutnadel-Sammlung und Horst Weinreis seinen alten Forstdiensthut. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.