Bürgermeister Bauer und Möbelhändler Wehe für kleineres Mega-Möbelhaus Göttingen

Torsten Bauer

Uslar. Auch aus Uslar kommen Proteste gegen die Ansiedlung des XXXL-Megastore Möbelmarktes und Poco Domäne in Göttingen: Uslars Bürgermeister Torsten Bauer hat im Göttinger Bauausschuss zusammen mit dem Uslarer Geschäftsmann und Möbelhändler Michael Wehe erhebliche Bedenken geäußert.

Bauer forderte in einem Brief die Stadt und den Stadtrat Göttingen auf, bei dem Projekt die geschützten Rechte des Mittelzentrums Uslar zu wahren. Bauer warnt vor einem ruinösen Wettbewerb und sieht die Versorgungssituation solcher Städte wie Uslar gefährdet. Denn als Folge einer Ansiedlung des XXXL-Riesen und dem begleitenden Möbel-SB-Markt bezweifelt Bauer, dass sich Möbelmärkte wie die von Michael Wehe in Uslar halten.

Bauer und auch Wehe, der neben Uslar noch Möbelhäuser in Göttingen und Kassel betreibt, fordern, dass die Stadt Göttingen weniger zulasse als die geplante Verkaufsfläche von 33.000 Quadratmetern. Denn eine  kleine Verkaufsfläche in einer Größenordnung von 20.000 bis 23.000 Quadratmetern würde die erwarteten Umsatzeinbußen bei Werten von bis zu zehn Prozent halten. Bauer: „Diese verringerte Belastung könnte dem regionalen Möbelhandel noch eine faire Chance auf den Erhalt einer ausreichenden Tragfähigkeit ermöglichen.“

Bauer und Wehe sind auch deshalb etwas zuversichtlicher geworden, weil der Göttinger Bauausschuss, den sie am Donnerstag beiwohnten, eine Entscheidung vertagt hat.

Wehe, der das Uslarer Familienunternehmen im 141. Jahr führt, hat sich mit mehreren Möbelhaus-Kollegen aus der Region rund um die Region Göttingen zusammengetan. Wehe betont für seine Kollegen, dass sie eine Ansiedlung des XXXL-Hauses nicht verhindern wollen. Darum gehe es gar nicht. Sie fordern vielmehr Waffengleichheit. So sei geplant, dem geplanten Haus am Göttinger Stadtrand nicht nur die Riesenfläche, sondern das Vierfache des erlaubten Randsortiments zu gestatten.

In dem Umfang bedeute die Neuansiedlung eine Bedrohung existenzieller Art. Wehe: „Dann müssen wir in wenigen Jahren schließen.“ Und wenn die Möbelhäuser in den Mittelzentren verschwunden sind, kämen garantiert keine neuen mehr. Das allein verhindere das Raumordnungsprogramm des Landes, das eine solche Versorgung nicht mehr vorsehe. Es werde also ein Monopol geschaffen, warnte Wehe.

Sorge um Ausbluten

Bürgermeister Bauer fügte hinzu, dass es bei einer Schließung der Möbelhäuser auch um Arbeitsplätze gehe, um die Kaufkraft der Mittelzentren und das Ausbluten des ländlichen Raumes. Möbelhändler Wehe fordert daher: „Man muss solche Trends nicht auch unterstützen.“

Wehe verweist auf ein Gutachten, das er und seine Kollegen in Auftrag gegeben haben, und auf die Industrie- und Handelskammer (IHK): Mittelzentren sind schützenswert. Die Größenordnung des Göttinger Bauprojektes müsse daher überdacht werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.