Können gefährlich für Mensch, Tier und Tourismus werden

Kommt der Wolf zurück? Sorgen im Solling

Uslar. Im Solling wird sich in den nächsten Jahren voraussichtlich ein Rudel Wölfe ansiedeln, wenn sich die Tiere in Deutschland weiter – wie schon in den vergangenen Jahren – ausbreiten. 

Dies erfordert nach Auffassung von Wolfsberater Winfried Müller (Delliehausen) eine sachgerechte Bewirtschaftung.

Dafür müsse man auch über einen Abschuss von „Problemwölfen“ wie in der Schweiz diskutieren, sagte er in einer Informationsveranstaltung vor rund 60 Zuhörern im Alten Rathaus in Uslar. „Wenn wir die Rückkehr des Wolfes nicht richtig steuern, haben wir vielleicht ein Riesenproblem.“

Zu dem Treffen hatte Uslars Bürgermeister Torsten Bauer (CDU) eingeladen. Anlass war ein Antrag des Grünen Ratsherren Volker Ruwisch an den Uslarer Stadtrat. Er fordert, dass der Wolf im Solling nicht heimisch werden dürfe, weil er insbesondere für Haustiere und Menschen gefährlich werde könne und den Tourismus gefährde. Er befürchtet im schlimmsten Fall, dass der Solling zu einer „No-Go-Area“ werde.

Wölfe niemals anfüttern

Die beiden Biologen und Wolfsberater Bärbel Pott-Dörfer und Karsten Dörfer (Heinade) sagten, von gesunden, sich normal verhaltenden, wildlebenden Wölfen brauche niemand Angst zu haben. Bis auf gelegentliche neugierige Blicke von Jungwölfen würden sie dem Menschen aus dem Weg gehen. Allerdings dürften sie niemals angefüttert werden, weil sie in diesem Fall den Menschen mit Nahrung verknüpfen würden und „aufdringlich“ werden könnten.

Wichtig sei, dass insbesondere Schafe und Ziegen mit Elektro-Zäunen geschützt seien. Pferde und Rinder seien in der Regel zu wehrhaft, um als Beute für den Wolf in Frage zu kommen. Zu Haustiertötungen komme es in der Regel nur, wenn die Tiere nicht ausreichend geschützt seien. Risse, Tierarzt- und Entsorgungskosten würden unter bestimmten Bedingungen ausgeglichen.

Einig waren sich die Beteiligten, dass der Schadensausgleich durch das Land Niedersachsen bei Haustierrissen zu bürokratisch ablaufe und er zu viel Zeit erfordere.

Abschussverzicht?

Müller, der viele Jahre als Kreisjägermeister im Landkreis Northeim tätig war, fragt sich, was mit dem Jagdrecht der Grundeigentümer wird und ob Jagden noch verpachtbar sind. Er regte an, sich Gedanken darüber zu machen, ob der Beute-Anteil von Wolf und Luchs in die Abschusspläne einfließen müsse, die die Jäger zu erfüllen haben und ob man nicht sogar zu einem Abschussverzicht auf bestimmten Flächen komme müsse.

Bürgermeister Bauer kündigte an, dass der Resolutionsantrag des Grünen Volker Ruwisch nun in den Gremien des Stadtrates diskutiert werde. (zhp)

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