Forstamt Dassel

Altbaumpflege führt erneut zur Sperrung der Straße unterm Eichholz in Uslar

Das soll verhindert werden: Im April 2021 war diese Eiche auf die Kreisstraße am Eichholz gefallen. Glücklicherweise herrschte gerade kein Verkehr.
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Das soll verhindert werden: Im April war diese Eiche auf die Kreisstraße am Eichholz gefallen. Glücklicherweise herrschte gerade kein Verkehr.

Im Eichholz bei Uslar muss die Straße erneut für drei Tage gesperrt werden wegen Baumpflegearbeiten.

Uslar – Das Niedersächsische Forstamt Dassel muss sich erneut um die Altbäume im Eichholz oberhalb der Kreisstraße 444 in Uslar kümmern. Pflegeschnitte sind erforderlich. Dafür wird der Abschnitt von Montag bis Mittwoch, 5. bis 7. Juli, jeweils von 8 bis 16 Uhr voll gesperrt, teilen die Landesforsten mit und ergänzen, dass das Waldgebiet auch für Spaziergänger, Jogger, Radfahrer und Hundebesitzer rund um die Uhr gesperrt bleibt.

Forstamtsleiter Thomas Reulecke warnt vor der Gefahr von nachbrechenden Kronen oder Ästen im Waldinneren. Zur eigenen Sicherheit müsse jeder die Absperrungen einhalten und das beliebte Waldgebiet drei Tage meiden.

Den Angaben zufolge sind Arbeiten zur Verkehrssicherheit an 15 Bäumen in Straßennähe erforderlich. In einem ersten Schritt wurden dort vor zwei Monaten Fäll- und Baumpflegearbeiten vorgenommen. Diese Arbeiten dienen dem Schutz besonders seltener Käferarten, die an den 15 identifizierten Bäumen leben, berichten die Landesforsten: „Das Eichholz zählt zu den wertvollen Gebieten Niedersachsens für den Schutz bedrohter Käfer und Pilze.“

Konkret geht es um den seltenen und vom Aussterben bedrohten Eremit-Käfer (Osmoderma eremita), der aktuell 30 Altbäume im Eichholz bewohnt, berufen sich die Landesforsten auf das Ergebnis der jüngsten Zählung.

Die Hälfte dieser Bäume stellen laut Forstamt eine Gefährdung für die Kreisstraße dar. Diese Bäume dürften aber nicht einfach gefällt werden, weil damit auch das Vorkommen der Käfer zerstört würde, erläutert Forstamtsleiter Thomas Reulecke.

„Wir mussten die Pflegearbeiten an den Bäumen mit derart geschützten Arten von der Naturschutzbehörde genehmigen lassen“, beschreibt Dassels Forstamtsleiter. Das Forstamt habe in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Northeim jeden einzelnen Baum von einem externen Baumgutachter untersuchen lassen.

Sind Bäume nicht mehr sicher, gibt der Gutachter Maßnahmen vor, um die Sicherheit wieder herzustellen, ohne die Bäume dabei mehr als nötig zu beschädigen, heißt es. Dieses „einzelbaumweise Vorgehen“ sei meistens deutlich aufwendiger und teurer als die „Standardlösung“, weiß Reulecke und ergänzt: „Auch die Vorbereitungen von Kartierungen über Gutachtenerstellung bis hin zur Genehmigung sind zeitaufwendig. Da es um spezielle Naturschutzfragen geht, hat unser Förster für Waldökologie, Kai Conrad, diese Aufgaben koordiniert und seine Kollegen im Forstamt Dassel unterstützt.“ Kai Conrad hebt hervor, dass die aktuellen Pflegearbeiten zwar erheblich aufwendiger und teurer würden. Doch die Landesforsten nähmen ihre Verantwortung für den Schutz und Erhalt von bedrohten Arten aber sehr ernst.

Daher werde vor Ort mit Fachleuten und Behörden zusammengearbeitet, um die beste Lösung zu finden – für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, der Besucher im Eichholz sowie für den Naturschutz.

Die anstehenden Forstarbeiten sind laut Landesforsten das Ergebnis eines Ortstermins, zu dem das Forstamt Vertreter von Naturschutz- und Verkehrsbehörde vom Landkreis Northeim, der Straßenmeisterei, der Stadt Uslar und der Polizei eingeladen hatte. Frank Schneider

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