Buchvorstellung: Spuren jüdischer Geschichte

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Buchvorstellung in der Klosterkirche: Autor Detlev Herbst (von links), Prof. Helmut Volpers, Fotograf Ralf König und Autor Berndt Schaller.

Lippoldsberg. Das Sachbuch „Spuren jüdischer Geschichte zwischen Solling und Vogler“ hat eine Lücke geschlossen. Das sagte Prof. Dr. Peter Aufgebauer (Uni Göttingen) in seinem Vortrag zur Vorstellung des neuen 408-Seiten starken Buches am Sonntag in der Klosterkirche in Lippoldsberg vor 80 Zuhörern.

Die beiden Autoren Detlev Herbst (Volpriehausen) und Berndt Schaller (Göttingen) begaben sich auf Spurensuche in der Region, in Archiven und auf Friedhöfen, um ihre Ergebnisse über Erkenntnisse der Synagogengemeinden Bodenfelde-Uslar-Lippoldsberg und Lauenförde mit zahlreichen Bildern des Fotografen Ralf König (Güntersen) in den Buch zu präsentieren. Herausgekommen ist eine Dokumentation der Spuren jüdischer Geschichte der vergangenen 400 Jahre. Mit Recht sagte Wahlsburgs Bürgermeister Jörg-Otto Quentin, dass das Buch von den Menschen aus der Region handele und deshalb auch als Zeugnis hierher gehöre.

Hintergrund

Die Dokumentation „Spuren jüdischer Geschichte zwischen Solling und Weser“ beschäftigt sich mit den Synagogengemeinden Bodenfelde-Uslar-Lippoldsberg und Lauenförde.

Es ist im Verlag Jörg Mitzkat (Holzminden) erschienen. Die Erstauflage sind 1000 Bücher. Autoren sind Detlev Herbst (Volpriehausen) und Bernd Schaller (Göttingen), Fotografien lieferte Ralf König (Güntersen).

Das Buch hat 408 Seiten, kostet 19,80 Euro und ist überall im Buchhandel zu bekommen; ISBN 978-3-940751-92-8.

Pfarrer Bernd Trappe sagte, dass es sogar in der Klosterkirche Spuren jüdischen Lebens gebe. Auf dem Taufstein sei ein Bildnis eines jüdischen Geistlichen zu sehen. Es sei typisch gewesen, dass sich Juden in Grenzgebieten angesiedelt haben, wusste Trappe, weil so ein guter Handel möglich gewesen sei. So sei eine Ansiedlung einer jüdischen Familie ausdrücklich erlaubt worden, wenn diese dem Ort nicht zur Last falle. Vor 1933 verliere sich die Spur jüdischen Lebens in der Wesergemeinde, sagte der Pfarrer.

Susanne Levi-Schlesier von der jüdischen Gemeinde in Göttingen bescheinigte den Autoren eine Akribie und Detailfreude. Berufe würden beschrieben, der religiöse Alltag und schließlich die Verfolgung und Beschränkung bis hin zur Vernichtung.

Die Neuerscheinung aus dem Verlag von Jörg Mitzkat (Holzminden) sei Bestandteil der Schriftreihe des Sollingvereins Uslar, sagte Prof. Helmut Volpers als Vorsitzender. Die zusammengetragenen Informationen seien beispielhaft mit historischen und aktuellen Bildern ergänzt, so Volpers. Der Sollingverein habe einige Spenden für das Buch eingeworben. Nur dadurch sei der aktuelle Verkaufspreis realisierbar geworden.

Auto Herbst sagte, dass in dem Buch die Geschichte einer Minderheit dokumentiert werde, die zur Gesellschaft gehört. Es seien Namen genannt und Orte des Geschehens. Die jüdischen Friedhöfe in Bodenfelde und Lauenförde lieferten ihm Hinweise auf historische Quellen aus vier Jahrhunderten jüdischer Geschichte. Laut Schaller haben sich viele Hände bis zur Fertigstellung für das Buch abgemüht.

Musikalisch begleiteten die drei Musiker der Göttinger Band „Kleztones“ die Buchvorstellung in der Klosterkirche. Im Anschluss standen die Autoren den Gästen für Fragen und für persönliche Widmungen in den Büchern zur Verfügung. (jde)

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