Stadt Uslar will Denkmäler der Innenstadt sichern und ins Förderprogramm

Blick von oben: Die Uslarer Innenstadt mit St.-Johannis-Kirche und der Langen Straße. Foto: nh

Uslar. Lust zum Mitmachen in Sachen „Sanierung des historischen Stadtkerns“ machten am Mittwoch die beiden Planer Heike Wolthmann vom Büro Plan-Werkstatt und Torben Pöplow von der Firma BauBeCon Sanierungsträger (beide Bremen) im alten Rathaus in Uslar. Rund 50 Einwohner und Lokalpolitiker nutzten die Chance, sich über das Vorhaben zu informieren.

Es ging um ein erstes Treffen. Nur grob sei das mögliche Fördergebiet von der Mauerstraße über den Neustädter Platz, den Wolfhagen über die Isertorstraße, Kreuzstraße und die Graft festgelegt worden. Innerhalb dieses Areals könnte es Fördergeld von Bund und Land geben, wenn Uslar in das Förderprogramm kommen sollte.

Nach dem ersten Treffen soll der Bedarf konkreter ermittelt werden. Für den öffentlichen Raum haben das die Planer Pöplow und Wolthmann bereits ein Stück weit getan. Beide hoffen, dass möglichst viele Hausbesitzer Geld für eine Sanierung in die Hand nehmen, um entsprechend der Forderungen auch in den Genuss von Fördergeld zu kommen. Man werde wohl rund 20 Prozent Fördergeld für von Unternehmen ausgeführten und zuvor abgestimmten Projekten erhalten, hieß es im Rathaus.

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer und Ralf Mohr von der Verwaltung machten deutlich, dass Uslar sich zunächst vorbereite, um in das Städtebauförderprogramm zu kommen. Parallel müsste politisch entschieden werden, wie viel Geld die Stadt für eine nötige Kofinanzierung bereitstellen will.

Planer sehen positive Chance

Mit dem Programm sollen insbesondere historische Stadtkerne mit denkmalwerter Bausubstanz gesichert und erhalten werden. Die Planer sind der Ansicht, dass Uslars Chancen, in das Förderprogramm aufgenommen zu werden, durchaus positiv seien.

Die Bewerbung für den Wettbewerb wollen die Planer für die Stadt bis zum 1. Juni mit einem Konzept als Anmeldebegründung auf den Weg bringen. Über eine Aufnahme in das Förderprogramm entscheiden das Amt für regionale Landentwicklung in Braunschweig und das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Nach einer möglichen Aufnahme in die Förderung bis Frühjahr 2017 könnten erste Maßnahmen wohl schon im Herbst beginnen. (jde) Ansprechpartner ist Ralf Mohr, Stadtverwaltung Uslar, Telefon 05571-307105.  Fragen und Antworten zum Thema:

Wir haben zur Sanierung des Stadtkerns in Uslar Fragen und Antworten gesammelt.

Wie viel Fördergeld verspricht sich die Stadt Uslar für die Innenstadt? 

Genaue Zahlen, wie viel Geld aus Fördertöpfen des Bundes und des Landes nach Uslar fließen könnten, gibt es noch nicht. Bis Anfang Mai sollen erste Zahlen auf Grundlage von Schätzungen der beteiligten Planungsbüros vorliegen. Die genaue Höhe ist unter anderem auch abhängig davon, wie viel Geld die Stadt für eine nötige Kofinanzierung bereitstellen will und kann.

Von welchem Kostenrahmen und welcher Fördersumme geht man aus? 

Die Gesamtsumme aus Investitionen der Stadt (einschließlich Planungen) sowie von privater Seite steht noch nicht fest. Im Vergleich mit anderen Städten sei ein Kostenrahmen von einer bis fünf Millionen Euro denkbar, hieß es von den Planern. Vorgesehen ist eine Drittelung des Fördergeldes. Vorgesehen ist eine Gemeinschaftsfinanzierung. Gleiche Teile sollen Bund, Land und die Stadt tragen.

In welcher Form können Hauseigentümer von den Förderungen profitieren? 

Zu den möglichen Maßnahmen für die Innenstadt gehören unter anderem auch die Beseitigung von Schäden an privaten Gebäuden. Die können gefördert werden, wenn sie in einem Sanierungsgebiet liegen und die Arbeiten von einem Gewerbebetrieb ausgeführt werden.

An welche öffentlichen Maßnahmen ist in der Innenstadt gedacht? 

Ein erster Entwurf nennt Lücken in der Stadtmauer als einen Missstand. Außerdem gebe es Defizite auf dem Graftplatz, dessen Platz-Charakter nach Aussagen der Planer nicht eindeutig zu erkennen sei. Und es gebe Gebäude mit mittlerem bis hohem Sanierungsbedarf. Hier wird Bedarf gesehen:

Einzelhandel, Dienstleistungen und Handwerk: Versuch der Beseitigung leerstehender Ladenflächen durch Modernisierung und Umnutzung sowie die Entwicklung von Potenzialflächen.

Wohnen: Dazu gehört die Beseitigung von Schäden an (privaten) Gebäuden, nicht aber der Abbruch „störender baulicher Anlagen“.

Öffentlicher Raum und Baukultur: Gefördert würden unter anderem gestalterische Maßnahmen auf den Straßen im Fördergebiet und die Rekonstruktion stadtbildprägender Gebäude.

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