Teil des Einzelhandelskonzepts

Stadtrat Uslar beauftragt Firma mit Masterplan für die Innenstadt

Uslar. Die Lübecker Firma CIMA Beratung & Management GmbH soll für 44 774,40 Euro einen Masterplan für die Innenstadt im Kontext zur Erstellung eines Einzelhandelskonzeptes erarbeiten.

Bei einer Enthaltung (Thomas Becker/CDU) stimmte die Mehrheit der Mitglieder des Uslarer Stadtrates am Dienstag in der öffentlichen Sitzung im Rathaus dem Auftrag zu.

Volker Ruwisch machte als Sprecher der Bunten Gruppe deutlich, dass man dem Auftrag zustimme, weil es sich um einen Masterplan zur Entwicklung der Innenstadt handele und nicht der Wiesenstraße. Er habe aber dennoch den Eindruck, dass der Auftrag zur Erstellung eines Masterplanes eine Alibi-Funktion habe angesichts des Geschäftssterbens in der Innenstadt und der Entwicklung der Marktkonzentration an der Wiesenstraße.

Bauer gegen Begriff Alibi

Bürgermeister Torsten Bauer wehrte sich gegen den Begriff Alibi. Für rund 45 000 Euro gehe es schon um einen Plan, wie es mit der Innenstadt weitergehen könnte. „Man muss beleuchten, was bisher nicht beleuchten worden ist“, forderte Bauer.

Harry Erfurt (SPD) bezeichnete die Ruwisch-Äußerung bezüglich der Ausklammerung der Entwicklung in der Wiesenstraße als arrogant. Seiner Ansicht nach gebe es viele Menschen, die auf das Angebot der Märkte und Discounter angewiesen seien.

Weiterer Baustein

Hintergrund für den Masterplan-Auftrag ist, dass der Rat bereits im Juni 2017 die Erstellung eines Einzelhandelskonzeptes beauftragt hat. Nach dem Vorliegen erster Ergebnisse ist der Masterplan ein weiterer zugekaufter Baustein, der den „Feierabendpolitikern“ in Uslar, wie Harry Erfurt die Ratsmitglieder bezeichnete, wichtige Erkenntnisse über geeignete Maßnahmen für die weitere Entwicklung liefern soll.

Laut dem noch in Bearbeitung befindlichen Einzelhandelskonzept der Stadt hat der Einzelhandel eine wichtige Bedeutung für die gesamte Stadtentwicklung. Neben seiner Versorgungsfunktion für die Einwohner kommt dem Einzelhandel nach Einschätzung der CIMA auch eine wichtige Rolle zur Belebung, Gestaltung und Funktion der Stadt zu. Die Handelsfunktion in der Innenstadt bestehe zwar noch, sei aber akut gefährdet, heißt es in der Bewertung der Ausgangssituation von der CIMA. Da soll der Maßnahmenplan Innenstadt ansetzen.

Versorgungsfunktion

Nach Einschätzung des Unternehmens ist die Sicherung der mittelzentralen Versorgungsfunktion der Innenstadt von größter Bedeutung. Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund des Strukturwandels im Handel.

Um eine nachhaltige Einzelhandelsentwicklung in der Innenstadt mittel- bis langfristig zu gewährleisten, sollen neben der planungsrechtlichen Steuerung des Einzelhandels durch das Einzelhandelskonzept nun insbesondere in der Innenstadt auch qualitative Begleitmaßnahmen umgesetzt werden, die die Entwicklung des Einzelhandelsstandortes Innenstadt positiv prägen und beeinflussen können, heißt es weiter.

Wichtige Handlungsfelder

Aus Sicht der CIMA sind die Erarbeitung einer strategischen Zielsetzung für die Entwicklung der Innenstadt und eines Maßnahmen-Sofortprogramms wichtige Handlungsfelder, die in öffentlich-privater Partnerschaft umgesetzt werden sollten.

Zudem ginge es laut CIMA um die Wiederbelegung von leer stehenden Geschäftslokalen durch ein aktives Flächenmanagement, um Marketing-Maßnahmen und um Hinweise zur Umsetzung erster Maßnahmen mit Empfehlungen für den weiteren Prozess.

Auch die mögliche Schaffung eines Innenstadt-Managements soll Thema des Masterplanes sein, weitere Stichworte sind „gestalterische Maßnahmen“, „Betriebsnachfolge“, „Kernöffnungszeiten“ sowie „Service-Offensive Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen“.

Rubriklistenbild: © Archivfoto: Privat/nh

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