Paar soll wieder fortgeschickt worden sein

Fall Höxter: Strafverteidiger erhebt Vorwürfe gegen Uslarer Polizei

+
Das Polizeikommissariat Uslar: Dort soll das Höxteraner Paar 2012 weggeschickt worden sein. Die Vorwürfe erhebt der Anwalt des Tatverdächtigen Wilfried W.

Höxter/Uslar. Im Fall Höxter rückt plötzlich die Polizei in Uslar ins Visier, nachdem schon eins der beiden Opfer, die 33-jährige Anika W., aus Uslar-Dinkelhausen stammt.

Der Anwalt des Tatverdächtigen Wilfried W. (46), erhebt schwere Vorwürfe gegen die Uslarer Polizei. Strafverteidiger Dr. Detlev Binder aus Bielefeld sagt im Westfalen-Blatt, dass der Tatverdächtige und seine 47-jährige Mittäterin im Jahr 2012 eine Frau aus Berlin freilassen wollten. Sie sollte aber vorher schriftlich versichern, dass sie freiwillig in dem Horror-Haus gelebt habe.

Für dieses Schreiben habe das Paar einen Zeugen haben wollen, der bestätigt, dass die Unterschrift freiwillig geleistet werde, und sei zum Polizeikommissariat Uslar gefahren.

Paar wurde fortgeschickt

Doch das Paar wurde ohne Unterschrift fortgeschickt, sagte Strafverteidiger Binder dem Westfalen-Blatt. „Dabei hätten der Inhalt des Schreibens und ein Mindestmaß an polizeilichem Instinkt den Beamten dazu bringen müssen, sich die Frau, deren Unterschrift er bestätigen sollte, einmal anzusehen und sich unter vier Augen mit ihr zu unterhalten“, zitiert die Zeitung den Anwalt. „Dann wäre das Paar wahrscheinlich schon 2012 aufgeflogen.“

Die Polizeiinspektion Northeim-Osterode wollte keine Auskunft zur Sache erteilen und verwies auf die Staatsanwaltschaft Bielefeld. Die war am Nachmittag nicht zu erreichen. Auch die im Fall Höxter ermittelnde Mordkommission der Polizei Bielefeld wollte sich zu den Vorwürfen des Anwalts nicht äußern. Eine Polizeisprecherin verwies auf Anfrage auf die laufenden Ermittlungen. „Deshalb machen wir dazu keine Angaben.“

Unterdessen habe sich der Tatverdächtige erstmals zur Tat geäußert und gab sich harmlos. „Ich bin kein Monster“, soll er laut Bild-Zeitung gegenüber seinem Anwalt gesagt haben. Stattdessen schob er seiner Ex die Hauptschuld in die Schuhe. (afp)

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.