Baumfällarbeiten

Straße am Eichholz in Uslar bleibt diese Woche gesperrt

Kippte einfach auf die Kreisstraße am Eichholz: Diese über 100 Jahre alte Eiche versperrte Mitte April die Straße. Mitarbeiter der Straßenmeisterei Uslar räumten den Stamm von der Fahrbahn. Die Wurzeln hatten Weißfäule. 	.
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Kippte einfach auf die Kreisstraße am Eichholz: Diese über 100 Jahre alte Eiche versperrte Mitte April die Straße. Mitarbeiter der Straßenmeisterei Uslar räumten den Stamm von der Fahrbahn. Die Wurzeln hatten Weißfäule.

Die Kreisstraße zwischen Uslar und der Steimke ist diese Woche bis 7. Mai gesperrt.

Uslar - Nachdem in den vergangenen Wochen zwei dickere Eichen an der Böschung vom Eichholz unvermittelt auf die Kreisstraße 444 zwischen Uslar und der Steimke fielen, will das für das Wäldchen zuständige Forstamt Dassel in der kommenden Woche mehrere Dutzend „Gefahrbäume“ an den Steilstellen zur Straße hin vorsorglich fällen lassen.

Dafür wird die Straße von der Einmündung an der Unterhütte bis zur Bahnbrücke von Montag, 3. Mai, bis Freitag, 7. Mai, täglich von 8 bis 16 Uhr voll gesperrt. Viel Zeit bleibt Verkehrsteilnehmern fürs Befahren der Straße nicht, weil wegen der Krötenwanderung derzeit die Durchfahrt sowieso zwischen 19 und 6.30 Uhr verboten ist.

Forstleute machen für das Absterben der Wurzeln der Eichen Dürreschäden verantwortlich. Drei Trockenjahre in Folge hätten zahlreichen Bäumen im Eichholz zugesetzt, meint der zuständige Revierförster Sebastian Tews.

Das Eichholz mit seinem Eichen- und Buchen-Altbaumbestand ist ein Lebensraum für teils seltene Käfer und Pilze. Drei betagte Baumstämme stehen seit Jahren als Naturdenkmale auf der 5,4 Hektar großen Waldfläche unter Schutz. Die Dunie-Eiche gilt mit 800 Jahren als ältester Baum.

Ein Bewohner in dem Naherholungsareal, das bei Spaziergängern und Freizeitsportlern beliebt ist, ist der vom Aussterben bedrohte Eremit-Käfer, der etwa 30 Altbäume bewohnt. Der Eremit (Osmoderma eremita) lebt in den mit Mulm ausgefüllten Hohlräumen morscher Stämme, heißt es von Michael Rudolph, dem regionalen Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten. Im Eichholz seien Naturschutz und Naherholung vorrangig vor der Holznutzung.

Die abgesägten Eichen, Buchen und Ahorne sollen deswegen überwiegend im Eichholz liegen bleiben. Ziel sei es, die Strukturen im Eichholz lange zu erhalten und für die Öffentlichkeit erlebbar zu gestalten.

Die Sicherungsarbeiten sind laut Rudolph das Ergebnis eines Ortstermins mit Vertretern der Naturschutz- und Verkehrsbehörde des Landkreises Northeim, der Straßenmeisterei, Vertretern der Stadt Uslar und der Polizei.

Im Vorfeld wurde die Standfestigkeit von Bäumen und das Vorkommen des Eremit-Käfers ermittelt. Rund 60 Bäume gelten als Gefahrenbäume, weil etwa Kronen einseitig ausgeprägt seien oder diese deutlich über die Straße ragen. Laut Rudolph gelten auch Trockenäste und Absterbe-Erscheinungen als Anzeichen für Krankheiten. Schäden am Stamm und im Wurzelbereich stuften Gutachter ebenfalls als Gefahr für die Verkehrssicherheit ein.

Bei von Eremiten bewohnten und nicht mehr standsicheren Eichen sollen später im Einzelfall die Kronen gekürzt und Entlastungsschnitte vorgenommen werden. Neben der Straße ist laut Landesforsten in der kommenden Woche das komplette Eichholz auch für Spaziergänger, Jogger, Radfahrer und Hundebesitzer „rund um die Uhr gesperrt“. Förster Tews warnt vor der Gefahr von nachbrechenden Kronen oder Ästen. Jürgen Dumnitz

Der Eremit-Käfer bewohnt 30 Altbäume im Eichholz in Uslar und ist geschützt.

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