Seit Anfang des Jahres wird wieder kontrolliert

Streit um Knöllchen: Anwohner der Uslarer Kreuzstraße sind verärgert

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Die Straße, um die es geht: Sabine Böker deutet auf die Kreuzstraße, in der seit Anfang des Jahres kontrolliert wird. Rechtlich gesehen gehört sie zur parkscheibenpflichtigen Zone am Graftplatz. 

Uslar. Jahrelang konnten Anwohner in der Kreuzstraße in Uslar parken. Doch seit Anfang des Jahres gibt es plötzlich Knöllchen. 

Seit Jahren parkt Sabine Böker ihr Auto an der Uslarer Kreuzstraße. Die 58-Jährige leitet die Jugendwohneinrichtung des Albert-Schweitzer-Familienwerks und stellt ihren Dienstwagen neben dem Gebäude ab. „Plötzlich klebte im Februar ein Knöllchen an der Windschutzscheibe“, erzählt Böker.

Sie hatte keine Parkscheibe in das Auto gelegt. „Am Eingang zum Graftplatz steht zwar, dass dort eine Zone ist, in der man sein Auto nur mit einer Parkscheibe abstellen darf“, erklärt sie. „Aber dass die Zone plötzlich auch in der Kreuzstraße gilt, war mir neu.“ In der Straße stehen zwar Parkschilder – aber ohne einen Hinweis, dass die Zone dort auch gültig ist. „Zumindest eine bessere Kennzeichnung wäre wünschenswert, wenn schon kontrolliert wird“, wünscht sich Böker.

Gegen die Verwarnungsgebühr in Höhe von zehn Euro habe die Jugendwohneinrichtung mehrfach Einspruch erhoben – ohne Erfolg. „Ich stelle meinen Dienstwagen jetzt am Isertorweg ab. Dort braucht man keine Scheibe“, sagt Böker. Gerade für ältere Anwohner sei es aber keine Dauerlösung, das Auto weit weg vom eigenen Haus abzustellen, sagt sie weiter.

Hier steht es geschrieben: Der Hinweis befindet sich am Eingang zum Graftplatz. An der Kreuzstraße ist so ein Zusatzschild nicht extra angebracht worden. 

Auch andere Anlieger haben mit der Parksituation Probleme. Birgit Kahnert, Sekretärin im Büro der evangelischen Kirchengemeinde, bekam Anfang des Jahres ebenfalls ein Knöllchen und parkt ihr Auto inzwischen auch am Isertorweg. „Es hieß immer, dass wir in der Kreuzstraße keine Parkscheibe brauchen“, erzählt sie. Plötzlich habe der Landkreis-Mitarbeiter dann begonnen, Knöllchen zu verteilen.

Rechtlich gesehen sind die Kontrollen, die jetzt stattfinden, aber kein Problem, heißt es vom Kreis Northeim, der dafür zuständig ist. „Die Kontrollen wurden nach Rücksprache mit der Stadt Uslar auf die Kreuzstraße ausgedehnt.“, äußert sich Claudia Hiller vom Landkreis zur Situation. Und weiter: „Möglicherweise gab es dort in der Vergangenheit weniger oder keine Kontrollen. Hieraus lässt sich aber natürlich nicht ableiten, gegen geltendes Recht zu verstoßen.“

Keine weiteren Schilder geplant

Mit der aktuellen Beschilderung habe der Landkreis keine Probleme. Da man den Graftplatz und damit auch die Kreuzstraße ausschließlich über die Straße Mühlentor erreiche, genüge das dortige Zone-30-Zeichen mit Hinweis auf die Parkscheibenpflicht. „Die Kreuzstraße gehört mit zu der Zonenregelung. Es ist nicht geplant, die Beschilderung zu ergänzen. Wir nehmen die Anregung aber auf“, schreibt Hiller.

Ausnahmeregelungen für die Anwohner der Kreuzstraße sind nicht geplant. Als Alternative erwähnt der Landkreis einen „zeitlich nicht limitierten Parkplatz“, der sich etwa 200 Meter von der Kreuzstraße entfernt befände. Dem Kreis sei nicht bekannt, dass es viele Beschwerden gegeben habe. Hiller kündigt an, dass weiter kontrolliert wird.

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