Stadtwerke

Strom vom neuen Bauhofdach im Uslarer Industriegebiet

Auf dem Dach des Bauhofes im Uslarer Industriegebiet haben die Stadtwerke eine Fotovoltaikanlage errichten lassen. Vor dem Gebäude stehen (von links) Uslars Klimaschutzmanager Nils Ritter-Fiebekorn, Bürgermeister Torsten Bauer mit Tochter Laetitia und Stadtwerke-Chef Martin Adolph.
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Neu: Die Fotovoltaikanlage auf dem Bauhof im Industriegebiet mit (unten, von links) Klimaschutzmanager Nils Ritter-Fiebekorn, Bürgermeister Torsten Bauer mit Tochter Laetitia und Stadtwerke-Chef Martin Adolph.

Auf dem Dach des Uslarer Bauhofes ist eine große fotovoltaikanlage installiert worden.

Uslar – Der Bauhof der Stadt Uslar hat nicht nur ein neues Dach bekommen. Auf der großen Halle im Industriegebiet haben die Stadtwerke Uslar GmbH als Bauherr sogleich eine große Fotovoltaikanlage installiert.

Bei der offiziellen Vorstellung – coronabedingt in kleinem Kreis – machten Bürgermeister Torsten Bauer, Uslars Klimaschutzmanager Nils Ritter-Fiebekorn und Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Adolph deutlich, dass sie den Weg der Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien wie der Fotovoltaik fortsetzen wollen.

Der Klimaschutzmanager rief mit dem Stadtwerke-Chef die Einwohner im Uslarer Land dazu auf, mehr Fotovoltaikanlagen auf ihren Dächern zu installieren. Denn es sind noch Kapazitäten frei: Bisher sind elf Prozent der 5177 Dächer Uslars belegt.

Und: Das Förderprogramm, das die Stadt 2020 mit 10 000 Euro aufgelegt hatte und mit dem 15 Anlagen bezuschusst wurden, soll in diesem Jahr auf 30 000 Euro aufgestockt werden, kündigte der Klimaschutzmanager an. Er freute sich, dass auf dem Bauhofdach eine wirklich große Anlage mit einer Leistung von 244 kWp (kW steht für Kilowatt als übliche Einheit für Leistung bei Fotovoltaikanlagen, das p für das englische Wort peak und heißt übersetzt Spitzenleistung unter genormten Testbedingungen) installiert ist.

Mit der neuen Anlage erreiche man in Uslar allein fast ein Viertel der Leistung der im Vorjahr errichteten Anlagen. Insgesamt sind im Stadtgebiet Uslars 574 Fotovoltaikanlagen installiert und bringen eine Leistung von 13 915 kWp. Klimaschutzmanager Ritter-Fiebekorn berichtet, dass damit bilanziell 33 Prozent der Stromproduktion solar bereitgestellt werde.

Er will aber noch mehr Schwung in die Angelegenheit bringen, sagte er und nannte neben dem Anreiz des Fördergelds der Stadt auch die Teilnahme an dem bundesweiten Wettbewerb mit dem Titel „Wattbewerb ... werde Sonnenfänger“. Ziel ist, die Fotovoltaik-Leistung in den Städten schnellstmöglich zu verdoppeln.

Der Klimaschutzmanager verspricht sich, dass mit dem Wattbewerb in der Nachbarschaft, in Straßenzügen auf den Dörfern oder gar Dorf gegen Dorf Wettbewerbssituationen entstehen, frei nach dem Motto: Wer macht seine Dächer als erstes voll? Zudem hofft er mit der Aufstockung der Uslarer Fördergeldmenge, dass in diesem Jahr mindestens 100 zusätzliche Anlagen installiert werden.

Stadtwerke-Geschäftsführer Adolph begrüßte es, dass die Stadt das Bauhofdach den Stadtwerken als Bauherren zur Verfügung gestellt habe. Es habe auch Anfragen von anderen gegeben. Die Entscheidung für die Stadtwerke wertet er als Zeichen der guten Zusammenarbeit.

Die Gesamtkosten für die Bauhofanlage betragen nach Angaben von Adolph 210 000 Euro. Die teilen sich auf in 190 000 Euro für die Anlage selbst und 20 000 Euro für den Netzanschluss. Mit der Anlage werden 200 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt. Das reiche, um 60 bis 65 Einfamilienhäuser mit Strom zu versorgen.

Insgesamt betreiben die Stadtwerke jetzt elf Fotovoltaikanlagen, darunter auf dem Dach ihres Verwaltungsgebäudes an der Alleestraße und unter anderem an Hochbehältern. So werde der Strom auch direkt eingesetzt beispielsweise für die Druckerhöhung auf dem Eichhagen in Uslar und für den Stromverbrauch bei den neuen Hochbehältern in Delliehausen und Gierswalde.

Die Stadtwerke haben als Anbieter darüber hinaus in den vergangenen sechs Monaten Anlagen verkauf mit einer Größenordnung von zusammen 200 kWp. Die Nachfragen mehren sich, so Adolph, auch nach Stromspeichern, die bis zu 40 Prozent gefördert werden können, und nach Wallboxen (Ladestationen für Elektro-Fahrzeuge), die bis zu 100 Prozent subventioniert werden.

Adolph warb für die Stromproduktion vom Dach: Je mehr auch auf kleinen Dächern davon Gebrauch gemacht werde, desto weniger benötige man große Anlagen. Grundsätzlich gelte, dass man mit Fotovoltaik weiter Geld verdienen und etwas für die Umwelt tun könne.

Was die Stadt angehe, sind laut Bürgermeister Bauer Rat und Verwaltung schon länger im Thema: Alle Dächer städtischer Gebäude seien erfasst und würden weiter überprüft, wenn zum Beispiel durch neue Technik die Ausrichtung der Dächer ausgleichen könne.  

Informationen zu Fotovoltaikanlagen: Stadtwerke Uslar, Tel. 0 55 71/92 590, Stadt Uslar, Klimaschutzmanager Nils Ritter-Fiebekorn, Tel. 0 55 71/30 71 03. Frank Schneider

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