Tilch übernimmt Fleischerei Wicke und wird Selbstversorger für Heime

Meister im Schlachthaus: Andreas Schmauch (von links), Thomas Schmidt und Carsten Wicke (Andreas Glaser fehlt krankheitsbedingt) bei der Arbeit in der Fleischerei Wicke, die jetzt die Betriebe von Sven Tilch mit Fleisch und Wurst versorgt. Fotos: Schneider

Volpriehausen. Der Senioren- und Pflegeheimbetreiber Sven Tilch geht unter die Selbstversorger.

Er hat an seinem Wohnort in Volpriehausen die frühere Fleischerei Wicke gekauft und liefert fortan das Fleisch für das Essen für seine 18 Häuser an zwölf Standorten in Südniedersachsen sowie für Schulen und Kindergärten selbst.

Die Schlachterei in Volpriehausen, in der zuletzt der Uslarer Fleischermeister Manfred Wunderlich eine Zweigstelle führte, ist nach der Übernahme durch Sven Tilch wieder komplett in Betrieb gegangen und wird am heutigen Freitag und am morgigen Samstag mit großem Rahmenprogramm mit Live-Musik und Sterneköchen wiedereröffnet.

Sven Tilch

Als Grund für seine neue Aktivität nannte Tilch, dass viele Fleischereien, die seine Betriebe beliefert haben, nach und nach geschlossen wurden und es immer schwieriger geworden sei, regionale Produkte zu bekommen. Zudem will er unbedingt den Abfallberg an Lebensmitteln aus seinen elf Großküchen verkleinern: Bei 1200 Essen pro Tag käme täglich eine Tonne Lebensmittel zusammen, die im Müll lande. Tilchs Ziel ist es, das Essen von den Portionen her an die Bedürfnisse anzupassen.

Die Schlachterei in Volpriehausen war dabei genau das Objekt, das Tilch zusagte. Denn der 1980 errichtete Neubau wurde damals so eingerichtet, dass die EU-Zertifizierung von heute überhaupt kein Problem dargestellt habe. Unter anderem befinde sich das Kühlhaus direkt hinter dem Tresenbereich, berichtet Tilch von besten Vorausssetzungen und lobt die für damaligen Verhältnisse absolut zukunftstaugliche Vorgehensweise von Fleischermeister Arndt Wicke.

Warmverarbeitung

In dem neuen Tilch-Unternehmen werden neben Schwein künftig auch Rind, Lamm und Bison geschlachtet und verarbeitet, hauptsächlich Tiere hiesiger Betriebe und auf keinen Fall aus Konzernen, versichert Sven Tilch. Und weil die Zulassung der Schlachterei in Volpriehausen auch die Warmverarbeitung umfasst, lässt Tilch unter anderem eine Mettwurst nach Eichsfelder Art produzieren. Das Geschäft in der Fleischerei ist künftig wieder von montags bis samstags geöffnet.

In dem neuen Tilch-Betrieb finden elf Mitarbeiter Arbeit: vier Metzgermeister, eine Verwaltungskraft, drei bis vier im Geschäft, zwei Fahrer und ein Auszubildender. Neben dem Kaufpreis für die Fleischerei, zum dem Tilch keine Zahlen nennen wollte, hat er eigenen Angaben zufolge 150.000 Euro in neue Geräte im Produktionsbereich investiert. (fsd)

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