Ratsausschuss vertagt Entscheidung

Fußgängerweg über B 241 bleibt in Uslar Streitthema

Blick auf die B241 am Ortseingang von Uslar mit dem Netto-Markt im Hintergrund. Hier soll eine Querungshilfe für Fußgänger entstehen
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Ein Überweg für Fußgänger: Das fordern die Allershäuser schon mehrere Jahre an dieser Stelle, um sicher ins Gewerbegebiet an der Kurt-schumacher-Straße zu gelangen. Darüber soll jetzt zunächst aber noch ein interfraktionelles Gespräch geführt werden.

Der Uslarer Bau- und Brandschutzausschuss hat die Entscheidung über eine Querungshilfe für Fußgänger über die Bundesstraße 241 in Höhe des Netto-Marktes in Uslar-Allershausen vertagt. Mit sechs Ja-Stimmen, bei einem Nein und einer Enthaltung entschied der Ausschuss am Dienstagabend im Rathaussaal, die Sache erst einmal intern, in einem sogenannten interfraktionellen Gespräch des Stadtrates, zu beraten.

Uslar - Den Antrag dazu hatte Bernd Reinke (CDU) nach ausführlichen Informationen der Stadtverwaltung und des für eine Machbarkeitsstudie beauftragten Ingenieurbüros sowie unterschiedlichen Auffassungen im Ausschuss gestellt. „Wir machen ein Fass auf“, warnte Reinke angesichts zahlreicher Ortschaften, die an neuralgischen Verkehrspunkten auf Querungshilfen warten. „Das kann ich nachvollziehen angesichts der vielen Neuigkeiten“, sagte Ausschussvorsitzender Arno Riedke (SPD) zum Vorstoß Reinkes.

Fazit der Machbarkeitsstudie, so Belinda Bleibaum, Diplom-Ingenieurin beim planenden Büro Lühning in Northeim: Eine Querungshilfe könnte gebaut werden, auch wenn das Fußgängeraufkommen von weniger als 50 in einer Stunde nach den Richtlinien eigentlich bei weitem nicht ausreicht. Allerdings ist das Verkehrsaufkommen mit durchschnittlich über 500 Fahrzeugen stündlich tagsüber hoch.

Zu erwarten ist auch, dass sich das Verkehrsaufkommen im Rahmen der Neutrassierung der B 241 erhöhen wird, sagte die Expertin.

Das gilt auch für den Schwerverkehr, weil die B 241 als Querverbindung zwischen den Autobahnen A 7 und A 44 (Kassel-Dortmund) dient. Durch eine Querungshilfe würden erfahrungsgemäß auch die Nutzerzahlen steigen.

Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Bad Gandersheim, und die Polizei haben bei Ortsterminen bereits ihre Zustimmung zu dem Vorhaben signalisiert, sagte Volker Mäder, Leiter Baumanagement bei der Stadt. Er verwies darauf, dass die Richtlinien inzwischen eine Gleichbehandlung des Fußgänger- und Straßenverkehrs fordern.

Und da liegt das Problem. Denn die viel befahrene B 241 trennt die Wohngebiete „Gänsekopf“ und „Kirchberg“ vom Gewerbegebiet an der Kurt-Schumacher-Straße. Dort befinden sich als Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf nicht nur der Netto-Markt, sondern auch ein Takko-Bekleidungsgeschäft, ein Schuhgeschäft sowie die Bäckerei Beckmann.

Der Ortsrat Allershausen hatte deshalb in seiner Sitzung am 30. November 2017 seine Forderung nach einer Querungshilfe erneuert. Er begründete dies mit der Gefahr bei der Querung der Bundesstraße, insbesondere für ältere Mitbürger.

Die Machbarkeitsstudie schlägt jetzt vor, die Querungshilfe auf die Straße mit einem immer gängiger werdenden Verfahren auf die B 241 aufzukleben. Das würde knapp 30 000 Euro kosten. Die Herstellung mit einem herkömmlichen Tiefeinbau würde rund 7500 Euro mehr kosten. Die Stadt müsste die Kosten selbst tragen.

Uslar Bürgermeister Torsten Bauer (CDU) sagte zur Frage möglicher Folgekosten: „Wir würden es nicht vorschlagen, wenn die Hilfe ein ständiger Kostenfaktor wäre.“ zhp

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