Untersuchung

Stadtwerke Uslar wollen an Zentralkläranlage noch mehr Energie sparen

Da ist noch was möglich: Daniel Barczak (von links) mit Axel Horstmann und Martin Adolph von der Stadtwerke GmbH an einem Klärbecken der Zentralkäranlage zwischen Schoningen und Ahlbershausen.
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Da ist noch was möglich: Daniel Barczak (von links) mit Axel Horstmann und Martin Adolph von der Stadtwerke GmbH an einem Klärbecken der Zentralkäranlage zwischen Schoningen und Ahlbershausen.

Die Stadtwerke Uslar haben auf ihrer Zentralkläranlage nach Energieeinsparmöglichkeiten gesucht und auch welche gefunden.

Schoningen – Das Bundesumweltministerium hat eine 29 000 Euro teuere Potenzialstudie für den Betrieb der Zentralkläranlage der Uslarer Stadtwerke zur Hälfte mit bezahlt. Dabei hat das beauftragte Ingenieurbüro Lüdecke (Northeim) in der 120 Seiten starken Untersuchung herausgefunden, dass es noch weitere Energieeinsparmöglichkeiten gibt. Etwa durch die Umrüstung der Belebungsbecken. Da sorgt bisher ein leistungsstarker Elektromotor für genügend Umdrehungen eines Quirls, mit dessen Hilfe das Becken mit Sauerstoff angereichert wird.

Künftig soll das über eine auf dem Boden der Becken eingebauten Belüftungsmatte noch effektiver und zudem noch Energiesparender erledigt werden. 450 000 Euro müssten die Stadtwerke dafür zahlen, um anschließend rund 11 000 Euro pro Jahr einzusparen. Es werde bestimmt auch noch Zuschüsse aus Fördertöpfen geben. Die Potenzialstudie soll genau so etwas aufzeigen und Umsetzungsempfehlungen für die Stadtwerke als Betreiber geben.

„Wir wollen ja gern für eine noch bessere Energiebilanz investieren“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Adolph bei einer Begehung der Anlage. Schließlich gehe es um investiven und strategischen Klimaschutz, um Maßnahmen, die über bestehende gesetzliche oder satzungsmäßige Anforderungen hinaus gehen und so die Klimabilanz mit verbessern helfen.

Laut Daniel Barczak von der Abwasserabteilung der Stadtwerke sei man immer bemüht, dass der Betrieb so effizient wie möglich laufe. So ist bereits seit Jahren ein Blockheizkraftwerk in Betrieb, das neben Wärme für die Räume auch gut die Hälfte der aktuell pro Jahr verbrauchten 750 000 Kilowattstunden Strom für den Eigenverbrauch erzeugt. Vor der Inbetriebnahme und einigen Umrüstungen seien jährlich rund 1,2 Millionen Kilowattstunden verbracht worden. Man müsse bei den neuen Vorschlägen jetzt aber abwägen, was sich für die seit 1978 laufende Kläranlage tatsächlich rechnet, meint Axel Horstmann vom Klärwerk.

Alle Aggregate der Zentralkläranlage sind erfasst worden, aber nicht immer steht etwa bei nur kleinen Verbesserungen eine hohe Investition im Verhältnis, meint auch Barczak. Man müsse sehen, ob es sich mit Fördergeld lohnt, wenn nicht die Stadtwerke alles alleine zahlen oder gar über Gebühren finanzieren müssten.

Vergangenes Jahr wurden für 700 000 Euro zwei Langsandfangbecken erneuert, durch die das Schmutzwasser fließt. Die Stadtwerke rechnen damit, dass der Umbau der Belebungsbecken noch in diesem Jahr erledigt wird. Jürgen Dumnitz

Runderneuert: Das Langsandfangbecken wurde 2020 saniert.

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