Unterstützung für Auerochsen: Förderverein setzt sich für Nachzucht ein

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Jahrestagung der Züchter von Auerochsen: Forstamtsleiter Walter Hennecke (von links), Bürgermeister Torsten Bauer, Minister Christian Meyer, Vorsitzender Walter Frisch und sein Stellvertreter Joachim Röttcher bei der Versammlung im Gasthaus Johanning in Eschershausen.

Eschershausen. Bundesweit haben sich etwa 100 Züchter des Vereins zur Förderung des Auerochsen (VFA) die Arterhaltung der Rinderrasse auf die Fahne geschrieben, die auf den Ur als etwa 1627 ausgestorbene Wildrindart zurückgeht.

Im Gasthaus Johanning in Eschershausen hat der Verein jetzt mit 35 Mitgliedern seine Jahreshauptversammlung abgehalten und dabei hochkarätigen Besuch gehabt.

Der Niedersächsische Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Christian Meyer (Bündnis 90/ Grüne) aus Holzminden, nahm am Vorstandstisch Platz und sagte, dass er ein Freund der Auerochsen-Art sei. Die gelungene Rückzüchtung mit Exemplaren im Hutewald bei Nienover begeistere ihn ebenso wie die regionale Vermarktung des Fleisches der Tiere, das als besonders cholesterinarm gilt.

Bei 2,4 Millionen Rindern allein in Niedersachsen, die meist in Ställen gehalten werden, komme den Auerochsen im Solling bei der Beweidung von Hutewäldern eine besondere Bedeutung beim Naturschutz zu. Außerdem wirke die Haltung der Tiere dem drohenden Strukturwandel entgegen, weil Auerochsen etwa Wiesen offen halten.

Das Land Niedersachsen unterstütze die Grünlandnutzung und Beweidung ebenso finanziell wie die Europäische Union über die Grünlandförderung. „Bürokratische Hürden innerhalb Europas ärgern mich jedoch“, sagte Christian Meyer. Das gelte etwa für die fast wild lebenden Auerochsen, die dennoch wegen des Seuchenrechts „minutiös registriert“ werden müssten.

„Die Sympathie der Bevölkerung liegt bei den Tieren auf der Wiese“, sagte der Minister mit Blick auf die Biobetriebe im Verein zur Förderung der Auerochsen.

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer bezeichnete den Solling als Reichtum der Region, von dem die Auerochsen im Reiherbachtal ein wertvoller Teil seien.

Als Forstamtsleiter von Neuhaus erinnerte Walter Hennecke an die Tradition der Beweidung durch Rinder im Solling. Er lobte die Rückbesinnung auf die für die Pflege des Waldes gut geeignete Ochsenart und nannte das 240 Hektar große Hutewald-Areal als wichtige Fläche für den Naturschutz. Als Vorsitzender des Vereins bedauerte Walter Frisch (Starnberg/Bayern), dass es nicht überall in Deutschland so eine gelungene und vorbildliche Kooperation wie im Solling gibt.

www.aueroxen.de

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