Urteil: Brandstifter von Schönhagen muss in Entziehungsanstalt

Großeinsatz: Diese Scheune in Schönhagen brannte am 23. August 2014 total aus. Archivfoto: Schneider

Göttingen/Uslar. Das Landgericht Göttingen hat am Montag einen 33-jährigen Mann aus Uslar wegen Brandstiftung in zwei Fällen in Tateinheit mit Diebstahl verurteilt.

Das Strafmaß: Zwei Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe. Außerdem ordnete die Kammer an, dass der Angeklagte in einer Entziehungsanstalt untergebracht wird.

Das Urteil lag knapp unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte auf eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten sowie die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt plädiert. Die Verteidigung hatte keinen konkreten Antrag gestellt. Beide Seiten verzichteten noch im Gerichtssaal auf die Einlegung von Rechtsmitteln, so dass das Urteil bereits rechtskräftig ist.

Der Angeklagte, der seit fast zwei Jahrzehnten alkohol- und drogenabhängig ist, befindet sich seit seiner Festnahme einstweilig im Maßregelvollzug. Er hatte in dem Prozess die Diebstähle eingeräumt, jedoch keine Angaben zu den Vorwürfen der Brandstiftung gemacht.

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Laut Anklage hatte er im August vergangenen Jahres aus einem unbewohnten Haus in seiner Nachbarschaft in der Uslarer Ortschaft Schönhagen eine Motorsäge gestohlen. Anschließend habe er in einer Scheune Feuer gelegt. Nur dank des schnellen Einsatzes der Feuerwehr konnte ein Übergreifen des Brandes auf das benachbarte Wohnhaus verhindert werden. Bei dem Brand entstand ein Sachschaden von 400.000 Euro.

Vier Monate später hatte er nachts ein weiteres unbewohntes Einfamilienhaus in Schönhagen betreten und eine Säge entwendet. Anschließend soll er erneut Feuer gelegt und danach selbst einen Notruf abgesetzt haben.

Der 33-Jährige habe die Örtlichkeiten gekannt, sagte der Vorsitzende Richter August-Wilhelm Marahrens. „Er wusste, was er da ansteckt.“ Der Angeklagte selbst hatte in seinem Schlusswort darauf hingewiesen, dass er seit fast 20 Jahren alkohol- und drogenabhängig sei. Eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt sei deshalb sinnvoll.

Dies sah auch das Gericht so. Der 33-Jährige sei ein kranker Mann, sagte der Vorsitzende Richter. Anders als viele andere Drogen- und Alkoholabhängige sei er trotz seiner jahrelangen Suchtkarriere zuvor nie durch Straftaten auffällig geworden. Dies spreche für ihn. Die Unterbringung in der Entziehungsanstalt führe dazu, dass er bei einem erfolgreichen Abschluss der Therapie die Haftstrafe nicht mehr antreten müsse.

Archivbilder vom Brand

Großbrand in Schönhagen

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