Digitale Inventarisierung

Im Uslarer Museum brechen digitale Zeiten an

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Digitale Inventarisierung: Das übernimmt im Uslarer Museum derzeit die Archäologin Heidrun Teuber, hier im Bild an einer Fotobox, in der ein Bilderrahmen, der in der Sollinger Hütte hergestellt wurde, fürs Fotografieren hergerichtet wird. 

Das digitale Zeitalter hält Einzug ins Uslarer Museum, und zwar fürs Inventar. Möglich wird das dank einer Hilfe, die die Anschubfinanzierung der digitalen Inventarisierung übernimmt.

Damit beauftragt ist die Archäologin Heidrun Teuber aus Northeim, das System von Karteikarten auf digitale Erfassung umzustellen.

300 Objekte in Arbeit

Mit der Anschubfinanzierung des Landschaftsverbands Südniedersachsen ist ein Umfang von 300 Objekten abgedeckt. Geplant ist, die für das Uslarer Museum wichtigsten und markantesten Ausstellungsstücke zu inventarisieren, sagten Heidrun Teuber und der Uslarer Museums- und Archivleiter Dr. Daniel Althaus im Beisein von Uslars Bürgermeister Torsten Bauer und des Northeimer Stadtarchivars und Museumsleiters Dr. Stefan Teuber, der seine Frau an seinem freien Tag begleitete.

Dabei kamen sie regelrecht ins Schwärmen, was die Vorteile der Digitalisierung angeht, die durch den Landschaftsverband in Museen und Sammlungen in ganz Südniedersachsen angeboten wird. Man muss lediglich einen Antrag stellen, sagte Daniel Althaus zu den Voraussetzungen.

Datenbank für Museen

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Daten werden in einer Erfassungsdatenbank für Museumsbestände eingepflegt, die das Archivieren, Verwalten und Recherchieren von digitalen Bild- und Multimedia-Daten sowie die Eingabe von musealen und archäologischen Metadaten ermöglicht.

Portal Kulturerbe

Nachzusehen ist dann alles über ein Portal, in dem immer mehr Daten von Archiven, Bibliotheken und Museen digitalisiert zur Verfügung stehen. Der große Vorteil ist, dass auf diesem Wege auch viele Ausstellungsstücke, die sonst nur in Depots und Magazinen liegen oder aus Platzgründen nicht gezeigt werden, im Internet bereitgestellt werden können.

Öffentlich zugänglich

Zum einen bekommt dann die Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich über Zugänge für jedermann sehr umfangreich zu informieren. Zum anderen gibt es für Fachleute ausgewählte Zugänge und damit die Gelegenheit, zu recherchieren und zum Beispiel Verknüpfungen herzustellen. Abgesehen davon sind die digitalen Daten wesentlich besser gesichert.

Und: Sogar Filme und Zeitschriften können eingepflegt werden, ebenso besondere Ausstellungen wie die im Northeimer Museum über den Ersten Weltkrieg können als Drei-D-Film dauerhaft festgehalten werden.

Ermöglicht wird auch, Ausstellungsstücke, die im Museum in einer Vitrine zu sehen sind und mit einem Fünfzeiler ausgestattet sind, über das Internet-Portral mit wesentlich umfangreicheren Informationen zu ergänzen.

Der Zeitplan

Die Digitalisierung der 300 ausgesuchten Objekte aus dem Uslarer Museum soll bis Ende September abgeschlossen sein und wird voraussichtlich bis Ende des Jahres so aufbereitet, dass die Daten im Portal einsehbar sind, hieß es am Montag in Uslar zum Zeitplan der ersten Digitalisierungswelle. Uslars Museumschef und Stadtarchivar Althaus spricht denn auch von einem bedeutenden Schritt für sein Haus. Für ihn allein wäre das nicht zu schaffen.

Althaus wählt aber als Hausherr die 300 Objekte aus, die digitalisiert werden.

Heidrun Teuber berichtet, dass die Digitalisierung eines kleinen Objekts mit Karteikarte im schnellsten Fall 15 Minuten dauert. Liegt keine Karteikarte vor, kann das schnell auch eine Stunde Arbeit werden.

5000 Stücke insgesamt

Im Museum in Uslar gibt es nach Schätzungen von Dr. Althaus um die 5000 heimatkundliche Objekte, die sich um die Geschichte der Stadt Uslar und des Sollings drehen. Alle zusammen werden wohl nicht digitalisiert. Nach der repräsentativen Auswahl der 300 Objekte soll die Digitalisierung aber fortgeführt und die wichtigsten Stücke berücksichtigt werden.

Das Portal mit den Daten von Archiven, Bibliotheken und Museen wird von vielen Partnern getragen, darunter die Staatsbibliothek Niedersachsen und die Uni-Bibliothek Göttingen, das Landesmuseum Hannover und das Niedersächsische Landesarchiv.

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