"Schlag ins Gesicht der Menschen"

Volksbank Solling: Protest gegen Filialschließungen aus Stadtrat Uslar

Uslar. Im Uslarer Stadtrat regt sich Widerstand gegen die geplanten Schließungen von Filialen der Volksbank Solling im Uslarer Land.

Außerdem ruft die SPD die Volksbank dazu auf, eine Alternativangebot aufzustellen. Derweil haben sich in Fredelsloh die Vereine zusammengetan, um die Filiale zu behalten.

Im Uslarer Stadtrat hat am Dienstagabend Volker Ruwisch (Grüne) die Filialschließungen als Schlag ins Gesicht der Menschen bezeichnet. Die Dörfer bluten aus, sagt Ruwisch und forderte kleinere Lösungen statt Schließungen. Er rief alle Volksbank-Vertreter der Region auf, tätig zu werden.

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer kündigte an, die Geschäftsleitung der Volksbank einzuladen. Die SPD äußerte durch Dr. Hermann ebenfalls ihre Bedenken und hat inzwischen eine Erklärung verfasst.

Appell der SPD an Volksbank Solling

So appellieren die Uslarer Sozialdemokraten an Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank, die Beschlüsse zur Aufhebung ihrer Filialen in Schönhagen, Schoningen und Volpriehausen rückgängig zu machen. Zumindest müsse ein sinnvolles Alternativangebot mit Geldautomaten oder Geldzustellung vorgehalten werden, das den Verlust für die jeweilige Bevölkerung erträglicher mache, heißt es.

Modernisierungsnotwendigkeiten und wirtschaftliche Zwänge dürften laut SPD-Chef Dr. Hermann Weinreis nicht dazu führen, dass wesentliche Dienstleistungen für die Dorfbevölkerung auf der Strecke blieben.

In einer gemeinsamen Erklärung des Ortsvereinsvorsitzenden Weinreis, der Ratsfraktionsvorsitzenden Sonja Gierke (Volpriehausen) und Schönhagens Ortsbürgermeisterin Nicole Wilksch (SPD) heißt es: „Mit der Schließung der Außenstellen gleich in drei Uslarer Ortsteilen leistet die Volksbank der bedenklichen Tendenz zur Schwächung des ländlichen Raumes durch betriebswirtschaftlich bedingte Entscheidungen Vorschub.“

SPD: Volksbank Solling trägt große Verantwortung

Als bedeutsamer regionaler Finanzdienstleister mit starker Verwurzelung in der Dorfstruktur und Repräsentant des Genossenschaftsgedankens trage die Volksbank Solling eine Verantwortung den Mitgliedern, Kunden und Einwohnern gegenüber, der sie mit diesen Entscheidungen aus unserer Sicht nicht gerecht werde.

Nicole Wilksch sagt: „Wir wollen in unseren Ortschaften doch noch leben können, den älteren Einwohnern Unterstützung und den jüngeren Ansiedlungsqualität bieten.“ Die Sozialdemokraten verweisen auf den permanenten Rückgang wichtiger Angebote in den Dörfern wie bei der ärztlichen Versorgung, bei Handel und Gewerbe, der Post und anderer Dienstleistungen sowie der Gastronomie. Fraktionschefin Sonja Gierke spricht von einem schleichenden Ausverkauf der dörflichen Infrastruktur, an dem sich jetzt auch noch die Volksbank beteilige.

Vorrang für soziale Belange

Für den Vorsitzenden Weinreis ist der Kampf um den Erhalt der Lebensqualität auf den Dörfern von politischer Seite kaum zu gewinnen, „wenn nicht das Interesse der Einwohner und ihre sozialen Belange wieder eindeutig den Vorrang erhalten vor wirtschaftlichen Erwägungen.“ 

Rubriklistenbild: © Foto: Schneider

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