Weniger frequentiert

Wegzug mehrerer Geschäfte: Innenstadt in Uslar trostlos und leer

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Lange Straße: Uslars Innenstadt an einem Freitagnachmittag im September 2019.

Die Innenstadt Uslar ist seit dem Wegzug mehrerer Geschäfte merklich weniger frequentiert.

Eine Woche ist jetzt vergangen, seitdem mehrere Geschäfte in der Innenstadt geschlossen und an der Wiesenstraße in Uslar neu eröffnet haben. Das Straßen-Festival mit dem Autohaus Siebrecht über zwei Tage zu der Neueröffnung war ein Erfolg und gut besucht. In der Innenstadt dagegen ist nach der ebenfalls gut besuchten Nacht der Kultur die Ruhe eingekehrt. Dort ist die Kundenfrequenz spürbar rückläufig.

Grund sind vor allem der Wegzug des Drogeriemarktes Rossmann, der für die Innenstadt großer Kundenmagnet war. Die beiden Parkplätze direkt vor der Tür – bisher dauerbelegt – sind kaum noch genutzt.

Die Innenstadt präsentiert sich den Kunden, die dort noch einkaufen, als trostlos und leer, vor allem auch angesichts der anrückenden dunklen Jahreszeit. Einige Passanten verwenden das Wort „gruselig“ als Zustandsbeschreibung für den aussterbenden Einzelhandel in der Innenstadt.

„Was ist denn hier los?“ fragte sich beispielsweise ein Passant, der am Dienstagmorgen sein Auto an der Zigarrenmacherstraße parkte: Er war der einzige Parker. Der innenstadtnahe Parkplatz war sonst immer gut belegt.

Ähnlich verhält es sich mit den anderen Parkplätzen der Innenstadt: Nur noch wenige Fahrzeuge sind dort zu sehen.

An der Langen Straße sind nach dem Wegzug von Rossmann und Ernsting’s Family zwei leere Geschäftsfronten hinzugekommen. Die Leerstände übernehmen gefühlt die Mehrheit.

Für die einzige Ausnahme im Wochenrhythmus und für reges Treiben in der Uslarer Innenstadt sorgt weiterhin der Landmarkt, die Innenstadt-Belebungs-Veranstaltung schlechthin. Darauf ist Verlass. Freitags. Doch danach ist wieder für eine Woche das sogenannte Innenstadt-Sterben zu sehen. Wenig Trost spendet die Aussage, dass Uslar nicht allein betroffen ist, sondern mindestens alle Städte gleicher Größenordnung.

Im Uslarer Rathaus hat unterdessen der Arbeitskreis Masterplan für die Innenstadt mit der CIMA-Beratungs- und Management-GmbH abschließend getagt: Die Ergebnisse sollen am 14. November im Wirtschafts-, Umwelt- und Entwicklungs vorgestellt werden, heißt es auf Anfrage in der Stadtverwaltung. Die Hoffnung ruht auf dem Masterplan. Doch viele fragen sich, wie Masterplan und Einzelhandelskonzept den Niedergang des Einzelhandels als komplette gesellschaftliche Entwicklung aufhalten können.

Von Bedeutung ist in dem Dilemma auch die Nachricht, dass der Wirtschaftsförderer der Stadt Uslar, Thorsten Schminke, die Stadtverwaltung verlässt und einen neuen Arbeitgeber gefunden hat.

Das alles sind keine guten Nachrichten für die Innenstadt. Viele drücken den verbleibenden Geschäftsleuten die Daumen, damit ein gewisses Angebot bleibt. Entscheidend ist, wie viele als Kunden erhalten bleiben.

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