Rekordbesuch mit 130 Einwohnern

Einigkeit im Ausschuss:  Masterplan für Uslars Innenstadt

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Treppe als Sitzplatz: Zur Vorstellung des Masterplans für Uslars Innenstadt kamen 130 Zuhörer.

Der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Umwelt und Entwicklung empfahl den Masterplan einstimmig. Auf diesen setzen die Bürger große Hoffnung. 

Der Andrang war so groß, dass Mitarbeiter der Verwaltung zusätzlich Stühle und sogar Bierbänke in die Halle schleppen mussten, um allen eine Sitzgelegenheit bieten zu können.

Trotzdem mussten einige Zuhörerinnen und Zuhörer auf der Treppe ins Obergeschoss Platz nehmen.

Ausschussvorsitzender Thomas Becker (CDU) sagte nach der Sitzung, er verspreche sich von dem Plan eine Initialzündung für das Zusammenwachsen von Altstadt und Wiesenstraße und einen Schub für den Standort. Vorausgegangen war ein fast zweistündiger Vortrag über Gestaltungsmöglichkeiten, Maßnahmen, Initiativen und Ideen, um die Stadt mit frischem Leben zu füllen.

Entwicklungen der letzten Jahre können nicht direkt rückgängig gemacht werden 

Niemand dürfe erwarten, dass mit einem „großen Wurf“ nur ein Schalter umgelegt werden müsse, um die Entwicklungen der vergangenen Jahre mit Leerstand und Co. rückgängig machen zu können.

Vielmehr müsse in den kommenden Jahren versucht werden, mit einer Vielzahl von Maßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen die Entwicklung positiv zu gestalten. Das machten die beiden Masterplan-Experten des hannoverschen Büros der CIMA, Martin Kremming und Petra Bammann, deutlich.

Grundlage des Masterplans ist eine gute verkehrliche Verbindung des starken Standortes Wiesenstraße mit seinen großen Märkten mit der Altstadt, so wie es der Landkreis Northeim von der Stadt Uslar gefordert hat. Darauf wies Ralf Mohr hin, zuständig für Stadtentwicklung in Uslar.

Das sieht der Masterplan vor:

Der Masterplan selbst sieht die Innenstadt als multifunktionalen Ort für Bürger und Besucher, der mit fünf Säulen gestaltet werden soll:

. Sofortmaßnahmen: zum Beispiel mit Flyern, Leitsystemen, Sauberkeit und Store-Check.

. Flächenmanagement: zum Beispiel mit Leerstandsgestaltung, Zwischennutzungskonzepten und Wohnen.

. Anbindung: zum Beispiel mit Optimierung von Wegen zwischen Altstadt und Wiesenstraße, Umgestaltung Schlosspark und Gestaltung des früheren Krankenhauses,

. Tourismus und Marketing: zum Beispiel mit Veranstaltungen, einer neuen Wort-Bild-Marke und einem gemeinsamen Online-Auftritt.

. Gestaltung: zum Beispiel mit einheitlicher Möblierung der Innenstadt, Barrierefreiheit und Beleuchtung.

Der Finanzbedarf liegt, wenn alle Einzelmaßnahmen für die kommenden drei Jahre zusammengezählt werden, bei rund 1,4 Millionen Euro. „Das muss man erst mal stemmen“, sagte Ausschussmitglied Wilfried Fischer (CDU). Er sagte aber, mit rund 150.000 Euro sollten im kommenden Jahr die ersten Maßnahmen anlaufen.

Sozialdemokraten unterstützen das 

Sonja Gierke (SPD) unterstrich dies: „Es ist wichtig, erste Maßnahmen zügig umzusetzen, damit alle merken, es tut sich etwas.“ Matthias Riemer, beratendes Mitglied und Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung Region Uslar, forderte ebenfalls zeitnahe Entscheidungen.

Werner Driehorst (Bunte Ratsgruppe/BRU) kritisierte, das Konzept sei zu autolastig und kündigte Initiativen für Fußgänger und Radfahrer an. Bürgermeister Torsten Bauer sagte, die Zuhörer hätten deutlich gemacht, dass ihnen ihre Stadt am Herzen liegt.

Den Fünf-Säulen-Plan stellen wir ab nächster Woche in einer kleinen Serie gesondert vor. 

So sieht Uslars Innenstadt nach dem Wegzug von mehreren Geschäften aus. zhp

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