Kreisbauausschuss gibt noch keine Empfehlung

Uslar: Noch keine Lösung für die Problem-Kreuzung Wiesenstraße/Alleestraße

Uslar. Der Ausschuss für Bau, Umwelt und Regionalplanung des Landkreises Northeim tagte am Montagnachmittag extra in Uslar und nahm zuvor die Problem-Kreuzung Wiesenstraße/Alleestraße vor Ort in Augenschein. Eine Empfehlung gab es aber nicht.

In der Sitzung wurde über sieben Varianten diskutiert: Ursprungsplanung ist ein Kreisel. Kostenpunkt für den Ursprungs-Kreisel: 2,7 Mio. Euro, der Landkreis-Anteil beträgt 982 000 Euro, der Anteil der Stadt Uslar 491 000 Euro. 

Variante 1: Eine abknickende Vorfahrt von der Wiesenstraße nach rechts in die Alleestraße und Einbahnverkehr auf der Alleestraße aus der Stadtmitte (Kostenpunkt; 1,5 Mio. Euro, Anteil Landkreis: 404 000 Euro, Anteil Stadt Uslar: 202 000 Euro. 

Variante 2: Abknickende Vorfahrt von der Wiesenstraße nach rechts in die Alleestraße und Zweirichtungsverkehr auf der Alleestraße. In beiden Fällen ist das Linksabbiegen von der Wiesenstraße in die Alleestraße nicht möglich (Gesamtkosten: 1,5 Mio. Euro, Anteil Landkreis: 412 000 Euro, Anteil Uslar: 206 000 Euro). 

Variante 3: Kreisel, der in westliche Richtung verlegt wird und für den das von der Wiesenstraße aus gesehen rechts liegende Eckhaus abgerissen werden müsste. (2,6 Mio. Euro, Landkreis: 740 000 Euro, Uslar: 370 000 Euro). 

Variante 4: Kreuzung wie gehabt, aber mit Ampel (1,6 Mio. Euro, Landkreis: 430 000 Euro, Uslar: 250 000 Euro). 

Variante 5: Kreisel hinter dem Bahndamm am Abzweig der Kreisstraße Richtung Steimke mit Zuwegung ab cirka Tankstelle Autohaus Siebrecht hinterm Bahndamm entlang (2,9 Mio. Euro, Landkreis: 1,157 Mio. Euro, für Uslar nichts). 

Variante 6: Einfache Deckensanierung ohne Veränderung der Verkehrsführung (218 000 Euro für den Landkreis). (fsd)

Wir haben dazu Fragen und Antworten zusammengestellt.

Worum ging es im Bauausschuss überhaupt?

Der Landkreis Northeim erneuert die Wiesenstraße in Uslar, die meistbefahrene Kreisstraße in seinem Gebiet und gegenwärtig das größte Straßensanierungsprojekt des Landkreises mit 2,5 Millionen Euro. Dazu gehört neben einem Kreisel an der Kreuzung Mühlenstraße/Wiesenstraße auch ein Kreisverkehrsplatz für den Knotenpunkt Wiesenstraße/Alleestraße. Dafür liegt schon die Planfeststellung vor. Doch diese Variante würde 2,7 Millionen Euro kosten und damit mehr als der komplette Ausbau der Wiesenstraße.

Wie kommt es zu dieser Kostenexplosion?

Wegen der Hanglage zum Wohngebiet Eichhagen, von dem die Sohnreystraße an der Kreuzung in den geplanten Kreisel mündet, müsste eine Stützmauer errichtet werden, die wegen schlechten Baugrunds allein etwa eine Million Euro verschlingen würde. Zudem würde der neue Durchlass für den Martinsbach, der unter dem künftigen Kreisel fließt, eine weitere Million Euro kosten. Inklusive Straßenbau kommt man auf 2,7 Mio. Euro.

Was hat der Landkreis unternommen?

Er hat mit dem Planungsbüro Lüning sechs neue Varianten entwickelt und im Ausschuss vorgestellt (Hintergrund).

Was ist im Kreis-Bauausschuss gesagt worden?

Deutlich wurde die Komplexität der Kreuzungs-Baustelle, die durch Lage, Verkehrsführung und Martinsbach zustande kommt. Klare Stellung bezog Uslars Bürgermeister Torsten Bauer, der die Ursprungsvariante favorisiert. So sieht es auch die CDU, die zudem die Variante mit dem verschobenen Kreisel (nicht der Eichholz-Kreisel) gut findet. SPD und Grüne befanden Variante 2 mit der abknickenden Vorfahrt am besten, ebenso Christian Eberl (FDP). Fakt ist beim verschobenen Kreis, dass eine Anliegerin wegen ihres denkmalgeschützten Hauses Einspruch eingelegt hat.

Was sind die Sorgen aus Uslarer Sicht?

Den Uslarern liegt mit dem Kreuzungsbau vor allem der Hochwasserschutz am Martinsbach entlang der Alleestraße am Herzen, wie es Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Adolph vehement einforderte, und dass bei der Verkehrsführung nicht das Wohngebiet Eichhagen leide, sobald die Sohnreystraße nicht mehr direkt über die Alleestraße erreichbar werde.

Den Varianten mit der abknickenden Vorfahrt wird wenig Akzeptanz vorausgesagt, während Planerin Belinda Bleibaum mehrfach erklärte, dass dazu die gesamte Verkehrsführung gehöre: Der Verkehr in Richtung Innenstadt fließe über den künftigen Mühlenstraße-Kreisel ab, wer nicht in Richtung Bodenfelde müsse, fahre über den Kreisel Auschnippe in alle anderen Richtungen weiter.

Und wie geht es in der Sache weiter?

Darüber muss jetzt der Kreisausschuss entscheiden, heißt es: Der tagt am Montag, 19. Juni. (fsd)

Rubriklistenbild: © Foto: Dumnitz

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