Polizeistatistik

Sicherheitslage im Uslarer Land bleibt gut

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Präsentierten die Kriminalstatistik 2018: Martina Stülzebach (links), Leiterin des Polizeikommissariats Uslar, und Jacqueline Emmermann, Leiterin des Kriminalermittlungsdienstes.

Uslar. Rückläufige Fallzahlen und eine gleichbleibend hohe Aufklärungsquote sorgen für eine gute Sicherheitslage in Uslar.

Das sagte Uslars Polizeichefin Martina Stülzebach bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für 2018. Gleichzeitig sagte Martina Stülzebach auf Anfrage, dass es auch personell beim Polizeikommissariat Uslar gut aussehe: Alle Stellen seien besetzt. Und: Für die Polizeichefin war es wohl die letzte Kriminalstatistik, die sie in dieser Funktion vorstellte. Denn sie verkündete, am 1. Oktober in den Ruhestand zu wechseln. Sechs Jahre hat sie dann an der Spitze der Uslarer Polizei gestanden. Angesprochen auf ihre Nachfolge, sagte Martina Stülzebach, dass sie darüber noch nichts wisse.

Zum Zahlenwerk, das Martina Stülzebach mit Jacqueline Emmermann, Leiterin des Kriminalermittelungsdienstes, vorstellte, hieß es, dass die Zahl der zu bearbeitenden Delikte im Vorjahr von 1010 in 2017 auf 939 Fälle im Vorjahr gesunken sind. Das entspreche dem allgemeinen Trend. In Uslar bedeutet das ein Minus von knapp über 7 Prozent.

Die Zahl der aufgeklärten Fälle erreichte beim Polizeikommissariat Uslar wieder einen Spitzenwert von 70,29 Prozent (in Klammern der Wert von 2017 mit 76, 14 Prozent). Damit liegt man deutlich über den Durchschnittswerten der Polizeiinspektion Northeim/Osterode und dem Landesdurchschnitt.

Weniger geworden ist im Vorjahr die Zahl der Tatverdächtigen um 104 auf 452. Dabei stehen Diebstahl und Sachbeschädigung im Vordergrund.

Die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung liegen mit sieben im Vorjahr weiter unter dem 2017-Wert mit 13. Auf diesem Gebiet mache sich die Prävention mit den Schulen positiv bemerkbar und sorge im Zusammenspiel mit der Verschärfung der Gesetzgebung im Bereich sexueller Belästigung für ein gutes Sicherheitsgefühl hier in Uslar, wie es die Polizeichefin formulierte.

Im Bereich der Diebstahlsdelikte sind die Fallzahlen 2018 erstmalig seit mehreren Jahren deutlich gesunken, und zwar von 278 auf 217. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im Bereich Uslar/Bodenfelde geringfügig von 18 auf 20 Fälle angestiegen. Mehrheitlich wurden Geschäftsräume und Vereinsräume aufgesucht. Die Polizei reagiert unter anderem mit vermehrten Kontrollen.

Dagegen wurden im Vorjahr deutlich mehr Fahrräder gestohlen: 27 in 2018 nach 17 in 2017. Die Polizei sieht das durch die Wertsteigerung bei den Fahrrädern im Bereich E-Bikes begründet. Tipp der Polizei: Fahrräder immer irgendwo anschließen und nicht nur abschließen.

Die Vermögens- und Fälschungsdelikte sind nach einem leichten Rückgang in 2017 auf 170 im Vorjahr auf 197 gestiegen, darunter 153 (135) Betrugsdelikte. Das Internet benutzten dazu 95 Tatverdächtige. Tipp der Polizei: Gesundes Misstrauen zeigen und beispielsweise bei Internetshops ins Impressum schauen wegen möglicher Fakeshops. Der Anstieg der Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum hat sich im Vorjahr nicht weiter fortgesetzt und von 129 auf 106 abgenommen. Graffiti schlug nur mit 5 (14) Fällen zu Buche. 2017 waren zehn von 14 Fällen aufgeklärt worden.

Erfreulich ist die Gesamtzahl der Körperverletzungsdelikte von 152 in 2016 auf 126 in 2017 und 111 in 2018 gesunken. Gewalt gegen Polizeibeamten wurde 2018 fünfmal festgestellt, erfreulicherweise keine Gewaltfälle gegenüber Rettungsdienst und Feuerwehr. Allerdings hat die Polizei festgestellt, dass die Stimmung anders ist, vor allem, wenn Alkohol und Drogen im Spiel sind, so die Erfahrung. Polizeichefin Stülzebach bleibt positiv gestimmt: „Die Bevölkerung begegnet uns noch freundlich, und das soll auch so bleiben.“

Einen Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit stellte im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Uslar die Drogenkriminalität dar: Bei den Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz war erneut eine Steigerung der Fallzahlen von 104 auf 118 zu verzeichnen.

Schwerpunkt 2019 werde zudem die Bekämpfung der Straftaten gegenüber älteren Mitmenschen (Enkeltrick und falsche Polizeibeamte). Auf diesem Gebiet habe die Polizei noch keine einheitliche Erfassung und damit konkret noch keine Fallzahlen, registriere gleichwohl eine steigende Tendenz. Wichtig sei, gut aufzupassen, denn falsche Polizisten würden sogar mit dem Trick arbeiten, dass die Nummer 110 im Display angezeigt wird.

Tatsächlich würde es einen solchen Anruf von der Polizei gar nicht geben können. Die Polizei richtet sich dabei an die Angehörigen, die die älteren Mitmenschen ruhig einmal mehr auf das Thema ansprechen und warnen sollten. Und falls tatsächlich ein Polizist vor der Tür stehe, sollte man sich unbedingt den Dienstausweis zeigen lassen.

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