Geschäftsidee in Corona-Zeiten

Uslarer Brauerei Bergbräu bietet über Gasthäuser Fassbier für Zuhause an

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Produktneuheit aus Kammerborn: Bergbräu Pale Ale Gelee (links) und Bergbräu Dunkel trifft Früchte.

Uslar. Die Coronakrise trifft auch die Brauerei Bergbräu in Uslar: Kurzarbeit in allen Bereichen. Nach dem Produktionsstopp soll es aber wieder losgehen, verkündet Geschäftsführer Jörg Tietz und hat sich unter dem Motto „Mit Ideen durch die Krise“ einige besondere Maßnahmen ausgedacht.

Die Aktionen dienen dazu, den Corona bedingten Umsatzeinbußen entgegenzusteuern, die dadurch entstehen, dass die Gastronomie geschlossen ist. Es galt, alte Vertriebskanäle zu suchen, die in Vergessenheit geraten sind, erklärt Geschäftsführer Jörg Tietz, wie es zu einer außergewöhnlichen Idee gekommen ist, Fassbier in Gasthäusern zu verkaufen, obwohl die gar nicht geöffnet haben: Es wird bei mehreren Gasthäusern im Uslarer Land in Ein-Liter-Flaschen abgezapft und mitverkauft, wenn Essensbestellungen rausgehen.

Dazu hatte der Bergbräu-Geschäftsführer die Idee, besondere Flaschen zu nehmen, und zwar die Ein-Liter-Flaschen, die für die geplante Bier-Werkstatt vorgesehen waren. Dieses Projekt hatte Tietz zum Neustart der Brauerei-Aktivitäten unter seiner Regie am Jahresanfang als eine von verschiedenen Marketingaktionen und neuen Angebote zum Neustart der Uslarer Brauerei angekündigt. In den Flaschen sollten die in der Bier-Werkstatt geplanten Brau-Spezialitäten abgefüllt werden.

Weil diese Projekte bisher wegen der Coronavirus-Pandemie noch nicht weiter vorangebracht werden konnten, kam Tietz auf den Gedanken, diese Flaschen den Gastronomiebetrieben, die sich beteiligen, als Bier-Siphons zum Mitnehmen anzubieten.

In den fünf Betrieben Gasthaus Johanning in Eschershausen, Hotel Fröhlich Höche Schönhagen, Landcafé im Gasthaus Gollart in Kammerborn, Landgasthaus Ackerhans in Fürstenhagen und Hotel Menzhausen in Uslar kann man das Fassbier für Zuhause bestellen.

Die Ein-Liter-Flaschen kommen übrigens roh in der Brauerei in Uslar an und werden dort mit den Verschlussbügeln ausgestattet und etikettiert. Die Biersorten richten sich nach dem jeweiligen Angebot des Gasthauses. Die Idee traf nach Angaben von Jörg Tietz am ersten Wochenende auf eine sehr gute Resonanz.

Zudem führte sie zu einer weiteren regionalen Produktneuschöpfung: Antje Adolph vom Landcafé im Gasthaus Gollart in Kammerborn ging auf die Brauerei zu und präsentierte selbst gemachte Bier-Marmelade, die es jetzt zu haben gibt: Zum einen handelt es sich um einen Fruchtaufstrich mit dem Titel „Bergbräu Dunkel trifft Früchte“, zum anderen um „Bergbräu Pale Ale Gelee“ als Dip zu Käse und Fleisch – jeweils „mit Hand und Herz zubereitet“, wie es auf dem Etikett steht.

Brauerei-Geschäftsführer Tietz ist begeistert und sieht Antje Adolphs Kreationen als wichtigen Beitrag, regionale Produkte zu kreieren und zu vermarkten. Er setzt darüber hinaus auf die Verlosungs- und Sonderaktionen, die unter anderem beim Bierverkauf in Einkaufsmärkten gut ankommen, und rührt auf vielen Ebenen die Werbetrommel für Bergbräu und seine Produkte mit bisher durchweg positiver Resonanz.

Er ist optimistisch und bleibt auf Kurs, mit Ideen durch die Krise zu kommen. Wer von den Gastronomie-Betrieben beim Fassbier-für Zuhause-Verkauf mit machen will, wendet sich direkt an die Brauerei.  fsd

Kontakt: Bergbräu GmbH & Co. KG, Rosenstraße 10, Tel. 0 55 71/92 220, Fax 0 55 71/ 92 22 25, E-Mail info@bergbraeu.de.

Hintergrund: Die Idee stammt aus Zeiten der Berliner Eckkneipen

Bergbräu-Geschäftsführer Jörg Tietz, der aus einer Berliner Brauereifamilie stammt, erinnerte sich, dass zu seines Großvaters Zeiten in den Berliner Eckkneipen persönliche Siphons der Stammgäste standen. Wenn die nach dem Gaststättenbesuch heimkehrten, sagten sie das an und bekamen Bier in ihren persönlichen Gefäßen zum Mitnehmen. 

„Fassbier für Zuhause“, nennt Tietz die Wiederauflage dieser Geschäftsidee. Für ihn war das der Part der Brauerei, um den hiesigen Gastronomen beim Bierverkauf zu helfen. Tietz: „Jeder, der Fassbier zu den Speisen bestellt, hilft dem Wirt, seinen Vorrat trotz geschlossener Türen zu verwerten.“ Das mit dem Abfüllen geht ganz einfach: Am Zapfhahn wird ein Schlauch angeschlossen, der in die Ein-Liter-Flaschen gesteckt wird.

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