Viele Aktionen und Veranstaltungen

150-Jähriges Bestehen: Uslarer Brauerei Bergbräu braut Jubiläumsbier

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Uslar. Die Uslarer Brauerei Bergbräu wird 150 Jahre alt. Aus diesem Grund gibt es dieses Jahr zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen.

Höhepunkte sind ein Jubiläumsbier, das extra gebraut wird und jetzt im Handel zu haben ist, und die Brauereiparty am 2. Juni und das Oktoberfest im September.

Darüber hinaus gibt es auch produkt- und personaltechnisch neue Nachrichten aus der Uslarer Bergbräu-Brauerei, die seit 2013 der Familie Sauer aus Burgau in Bayern gehört. Der hiesige Direktor Günter Haas stellte die wichtigsten Neuheiten aus dem Hause Bergbräu vor.

Haffner hilft vier Monate

Die Geschäftsleitung hat rechtzeitig zum Jubiläum den jahrzehntelangen Eigentümer der Brauerei, Hinrich Haffner, für vier Monate als Betriebsleiter gewinnen können, berichtet Günter Haas. Mit seiner langjährigen Erfahrung soll er die hohen Qualitätsansprüche der Brauerei sichern und die Abläufe im Bereich Abfüllung steuern. Denn keiner kenne die Maschinen so gut wie Hinrich Haffner, sagte Günter Haas am Montag beim Anstich des ersten Fasses Jubiläumsbier im Kreis von Kunden und der Politik.

Anstich am Montagabend

Den Anstich nahm denn auch Hinrich Haffner vor. Zu den Gästen gehörte auch Klaus Jeckel, der die Brauerei früher viele Jahre führte und noch gut bekannt ist im Uslarer Land. Dabei war auch Marketingchef Pierre Sauer von den neuen Bergbräu-Eigentümern. Bedauert wurde, dass es zum Anstich witterungs- und krankheitsbedingt zahlreiche Absagen gab.

Jubiläumsbier und -krug

Das Jubiläumsbier trägt den Namen 1868. Es handelt sich laut Brauerei Bergbräu um eine vollmundig, süffige und malzaromatische Spezialität, gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot. Und: Wer einen Kasten Jubiläumsbier kauft, bekommt den Jubiläumskrug gratis dazu. Es handelt sicht um einen traditionellen Kurpfalz-Jubiläumskrug. Darüber hinaus präsentiert die Brauerei Bergbräu derzeit als saisonales Bier den Maibock.

Sonderaktion bis WM-Finale

Noch bis zum Finale der Fußball-Weltmeisterschaft bietet die Brauerei Bergbräu eine Jubiläumsaktion an. Unter dem Titel 150 Jahre Bergbräu gibt es die Aktion 150 Tage Gratis-Kasten. Die funktioniert so: Wer drei Kästen Bergbräu kauft (gilt für alle Sorten), der bekommt gegen Vorlage des Kassenbons in der Brauerei einen Gratiskasten Bergbräu dazu.

Party und Oktoberfest

An Jubiläums-Festivitäten hat sich die Uslarer Brauerei zwei Veranstaltungen ausgedacht. Es ist zum einen die alle zwei Jahre stattfindende Brauerei-Party, die in der Vergangenheit immer mehrere tausend Gäste auf das Gelände der Palettenhalle im Industriegebiet lockte. Termin ist am Samstag, 2. Juni. Im Jubiläumsjahr soll außerdem wieder ein Oktoberfest gefeiert werden. Angedacht ist ein Termin Ende September, heißt es. 

Weißbier aus Rheder

Um die Qualitätsansprüche vor allem beim Hefeweißbier garantieren zu können, werde diese Biersorte nur noch an einem Standort gebraut, teilt Direktor Haas mit, der zugleich für die Schlossbräu Rheder zuständig ist, die ebenfalls zur Familie Sauer gehört. Künftig wird das Hefeweißbier der Tochterbrauerei in Uslar verkauft. Grund für diesen Schritt sind laut Haas schwankenden Qualitäten des Uslarer Produktes. (fsd)

Historie: Beginn im Brauhaus auf der Graft

Friedrich Wilhelm Haffner, Gründer der Brauerei in Uslar, stammt aus einer Familie aus dem Salzburger Land, die 1731/1732 aus religiösen Gründen ihre Heimat verließ. In Uslar dienten die Haffner-Männer ein ganzes Jahrhundert als Stadtmusikanten.

Friedrich Wilhelm Haffner gründete im Jahre 1868 die Brauerei in dem alten Brauhaus auf der Graft und legte den Grundstein für die Sollinger Bergbrauerei. In der Brauerei wurde zunächst nur Braunbier hergestellt. Der Umsatz dieses Braunbieres hat sich in den ersten fünf Jahren nach Gründung der Brauerei so stark gesteigert, dass Haffner 1873 an die städtischen Kollegien in Uslar und an die Gemeinde Allershausen den Antrag richtete, ihm einen Teil des Geländes am Dinkelhäuserweg käuflich erwerben zu lassen. 

Nach der Genehmigung im Jahr 1873 sind die als Bier- und Eiskeller vorgesehenen Bauten errichtet worden. Da der Transport der Biere von der Braustätte auf der Graft im Laufe der Jahre mit der Umsatzsteigerung Schwierigkeiten bereitete, wurde ab 1887 auch das Brauhaus in den Dinkelhäuserweg verlegt.

Wilhelm „Willi“ Haffner (1888-1964) hat mit seinen Fähigkeiten und Leistungen den Fortbestand der Brauerei gesichert. Er hat den Betrieb nach zwei Kriegen durch Krisenzeiten hindurchgesteuert und mit Umsicht und Geschick wieder in Gang gebracht.

In den 50er- und 60er-Jahren sind alle notwendigen Maßnahmen ergriffen worden, um den Betrieb den damaligen Erfordernissen moderner Braukunst und dem ständig steigenden Absatz anzupassen.

1989 entstand ein neues Sudhaus. Die alten Kupferkessel wurden durch neue Edelstahltanks ersetzt. Die Kapazität wurde auf 50 000 Hektoliter verdoppelt. 1990/91 folgten die Tanklager-Erweiterung und die Planungen für die neue Flaschenabfüllung und das Palettenlager in der Brauerei-Haffner-Straße im Industriegebiet. 1993 wurden anlässlich der 125-Jahr-Feier die zwei großen Hallen eingeweiht.

Die Biersorten

Gab es zunächst nur das Dunkelbier, wurde zu Beginn des vorigen Jahrhunderts auf zwei Biersorten umgestellt, ein Export und ein Pils. Später kam noch ein Malzbier hinzu. Anlässlich des Uslarer Altstadtfestes wurde ein Festbier gebraut: das Altstadt-Dunkel. Innerhalb von anderthalb Tagen wurde ein Sud getrunken – 5000 Liter! 1998 wurde das vom Dortmunder Bierclub zum Bier des Jahres gewählt und 2013 und 2014 zweimal in Folge vom Ministerpräsidenten Niedersachsen Stephan Weil zum Botschafter Niedersachsens gekürt.

 Heute gibt es zusätzlich ein umfangreiches Sortiment an Weißbier, alkoholfreien und Mischgetränken, Mai- und Doppelbock, insgesamt acht Sorten. In der Brauerei sind 27 Mitarbeitern beschäftigt. Der Plan für das Jubiläumsjahr ist ein Ausstoß von 28 000 Hektolitern.

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