Angeklagter bestreitet Vorwürfe

Uslarer Jurist soll massenhaft Geld veruntreut haben: 80.000 Euro Schaden

Northeim/Uslar. Gleich zwei Anklagen erhebt die Staatsanwaltschaft vor dem Amtsgericht Northeim gegen einen 46-jährigen Rechtsanwalt aus Uslar.

Er muss sich seit Donnerstag wegen des Vorwurfs der Untreue in 40 Fällen sowie der Unterschlagung in einem weiteren Fall vor dem Schöffengericht verantworten.

Er soll in seiner Funktion als Rechtsanwalt zwischen Oktober 2008 und Ende 2012 Fremdgeld in Höhe von fast 80.000 Euro aus verschiedenen Mandatsverhältnissen vereinnahmt, für geschäftliche und private Ausgaben genutzt und teilweise erheblich verspätet und teilweise gar nicht an seine Mandanten weitergeleitet haben, erläuterte der Staatsanwalt in seiner Anklage.

Das Schöffengericht unter der Leitung von Dr. Martin Rammert verständigte sich mit allen Beteiligten am Mittwoch zunächst darauf, jeden Fall durchzugehen. Vorweg hatte der Angeklagte beteuert, dass es um seine Existenz gehe. Er fühle sich durch das Verfahren benachteiligt. Er sagte: „Ich fühle mich verfolgt“. Nur in einem der 41 Fälle gab der Uslarer Anwalt zu, dass es sich um den Fehler seines Hauses gehandelt habe. Das Geld sei zurückgezahlt worden, er habe auf seine Gebühren verzichtet.

Zu allen anderen Fällen gab der Angeklagte Erklärungen ab. Viele der Betroffenen seien auch heute noch seine Mandanten, auch habe er häufiger die Gebühren, die er seinen Mandanten in Rechnung gestellt hatte, gleich von den auszuzahlenden Summen abgezogen.

Im finanziell gesehen größten Fall soll der Uslarer Anwalt 100.000 Euro Fremdgeld erhalten und davon 67.000 Euro gleich an den Mandanten überwiesen haben, danach allerdings erst wieder in den folgenden zwei Jahren Teilbeträge. Letztendlich fehlten laut Anklage 6450 Euro. Der Angeklagte betonte vor Gericht, alle Zahlungen getätigt zu haben, insgesamt sogar 8000 Euro mehr. Mit der Aussage löste der Anwalt am Donnerstag im Gerichtssaal Verwunderung aus.

Die Verhandlung wird fortgesetzt.

Rubriklistenbild: © dpa

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