Über 63.000 warme Mahlzeiten

Uslarer Kinderarmuts-Projekt „Jeder isst mit“ ist stark gefragt

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Erfahrungsaustausch: Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (links) und Fachbereichsleiterin Sabine Hunscheid (rechts) sprachen mit Anja Ilse, Heidi Emunds und Heiner Ellermeyer über das Modellprojekt „Jeder isst mit“. Foto: nh

Uslar. Die Bilanz ist beeindruckend: In drei Projektjahren kamen im Raum Uslar-Bodenfelde mehr als 63 000 warme Mahlzeiten für Schul- und Kita-Kinder auf den Tisch. Inzwischen ist das Modellprojekt „Jeder ist mit“, das auch Kindern aus finanziell weniger gut gestellten Familien ein gesundes Mittagessen ermöglichen soll, bundesweit gefragt.

Die Bilanz ist beeindruckend: In drei Projektjahren kamen im Raum Uslar-Bodenfelde mehr als 63 000 warme Mahlzeiten für Schul- und Kita-Kinder auf den Tisch. Inzwischen ist das Modellprojekt „Jeder ist mit“, das auch Kindern aus finanziell weniger gut gestellten Familien ein gesundes Mittagessen ermöglichen soll, bundesweit gefragt.

Seit Februar 2014 läuft das Modellprojekt, hinter dem das Uslarer Forum Kinderarmut in Kooperation mit dem Landkreis Northeim steht. Zum Informationsaustausch trafen sich jüngst Heidi Emunds, Anja Ilse und Heiner Ellermeyer vom Uslarer Forum mit Landrätin Astrid Klinkert-Kittel und der Fachbereichsleiterin Soziales des Landkreises Northeim, Sabine Hunscheid.

Immer mehr Nachfrage

Von dem Projekt profitieren Kinder, die Anspruch auf Unterstützung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) haben. Der 1 Euro-Eigenanteil, den sie üblicherweise für ein Mittagessen in der Schule oder im Kindergarten zahlen müssten, werde vom Forum übernommen, erklärt Heiner Ellermeyer vom Forum Kinderarmut. „Das Geld hierfür stammt aus kirchlichen Mitteln und Spenden. Der Landkreis Northeim sorgt für eine Verwaltungsvereinfachung. Damit entfällt ein komplizierter Antragsweg und die Kinder können sofort am Mittagessen teilnehmen.“

Das Projekt kommt bei den Familien an: Die Zahl der Kinder, die auf diese Weise eine warme Mahlzeit bekommen, erhöhte sich von 46 auf mittlerweile 211 pro Woche. Ellermeyer: „Das Forum Kinderarmut finanzierte in den ersten drei Projektjahren 63 569 Mahlzeiten in der Überzeugung, dass eine gute Ernährung Voraussetzung für eine gute Bildung ist.“

Über Landesgrenzen bekannt

Mittlerweile erhalte man Anfragen aus anderen Landkreisen und Gemeinden, die Interesse an einer Übernahme des Modellprojekts zeigten, berichtet Ellermeyer. Um anderen Einrichtungen und Verwaltungen den Einstieg zu erleichtern, tauschten die Vertreter des Uslarer Forums im Gespräch mit Landrätin Klinkert-Kittel und Fachbereichsleiterin Hunscheid Erfahrungen mit der Umsetzung aus. Dabei sei es auch um Möglichkeiten einer flächendeckenden Umsetzung des Uslarer Modellprojekts im ganzen Landkreis Northeim gegangen, sagt Ellermeyer. (shx)

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