Wegen Fahrtkostenübernahme

Uslarer Stadtelternrat sauer auf Landesschulbehörde

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Der Uslarer Stadtelternrat ist sauer auf die niedersächsische Landesschulbehörde, weil sie nur unzureichend Fahrtkosten übernimmt. Der Vorsitzende des Stadtelternrats, Rainer Fiedler (Schoningen), machte seinem Ärger in der Sitzung des Bildungsausschusses in der Rathaushalle Luft.

Seiner Darstellung zufolge ging es um die Teilnahme an den Schulmeisterschaften im Orientierungslauf in Wolfsburg, zu denen sich die Grundschule Schoningen und das Gymnasium Uslar angemeldet hatten. Zum Zeitpunkt der Anmeldung habe die Landesschulbehörde eine Übernahme der Fahrtkosten in Höhe von 50 Prozent in Aussicht gestellt, so Fiedler.

Nach der Anmeldung habe sich nun herausgestellt, dass die Behörde die Kosten auf 100 Euro je Schule deckelt, da es scheinbar gar keinen Haushaltsposten für die Kostenübernahme gebe. Fiedler: „Bilden Schulen Fahrgemeinschaften, werden die 100 Euro sogar nur an eine Schule ausgezahlt.“

"Wir Eltern empfinden es als widersinnig"

Im konkreten Fall, so Fiedler weiter, seien also bei 600 Euro Buskosten 500 Euro durch die beiden Schulen zu finanzieren. Sie dürften aber nicht aus dem Schulbudget beim Land genommen werden und auch nicht in den Haushaltsansätzen der Schulträger vorgesehen werden. Fiedler: „Damit stand die Teilnahme der beiden Schule auf der Kippe.“

Glücklicherweise hätten Bemühungen der Schulleitungen und die Zusage von Unterstützung durch Uslars Bürgermeister Torsten Bauer dann doch die Teilnahme der Schulen ermöglicht.

Fiedler: „Wir Eltern empfinden es widersinnig, dass vom Land Sportveranstaltungen für die Schulen ausgeschrieben werden, bei denen man sich eine breite Beteiligung aus dem ganzen Land erhofft, viele Schulen aber aufgrund fehlender Finanzierungsmöglichkeiten der Fahrt gar nicht teilnehmen können.“

Kleine Schulen werden abgehängt

Die Idee der Schulbehörde, Eltern, Schulträger oder Fördervereine sollten die Kosten tragen, widerspricht nach Auffassung des Elternrats dem Gedanken, dass Schule und schulische Aktivitäten keine Frage des Geldes der Eltern oder knapper kommunaler Kassen sein dürfen. Und nicht alle Schulen hätten einen Förderverein, der dieses Geld aufbringen könne.

Darüber hinaus, so Fiedler, sollte dem Land bekannt sein, dass insbesondere in strukturschwachen Gebieten nicht mal eben in die nächste Bahn gestiegen und kostengünstig durchs Land gefahren werden könne. „Das ist ja schon schwierig, wenn man als Schule in die Kreisstadt Northeim oder das Oberzentrum Göttingen fahren will“, so Rainer Fiedler.

Sein Fazit: „Mit dieser Praxis werden kleine Schulen vor allem aus ländlichen Bereichen im Vergleich zu großen Schulzentren in strukturstarken Regionen aus finanzieller Sparsamkeit der Landesregierung in gewisser Weise von den Angeboten des Landes abgehängt.“

Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende und Beigeordnete im Stadtrat, Dr. Hermann Weinreis, kündigte nach der Sitzung an, den Vorgang an den SPD-Landtagsabgeordneten für Uslar, Uwe Schwarz, weiterleiten. zhp    Foto: Hans-Peter Niesen

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