Verliehäuser lehnen das zweite Windrad am Lichtenberg ab

Deutliches Votum: Die 50 Zuhörer während der Sitzung des Ortsrats Verliehausen machten von vornherein deutlich, dass sie das zweite Windrad am Lichtenberg ablehnen, weil es zu nah an Verliehausen stehen würde. Foto: Schneider

Verliehausen. Nichts gegen Windenergie, aber so nah am Dorf auf keinen Fall. Die Verliehäuser befürchten Lärmbelästigung, Schlagschatten und allgemein eine Beeinträchtigung für Mensch und Natur.

Aus diesem Grund wird die Stadt Uslar aufgefordert, die geplante zweite Windkrafanlage am Lichtenberg abzulehnen. Diesen Beschluss hat am Dienstagabend der Ortsrat Verliehausen mit vier Ja-Stimmen und einer Enthaltung gefasst und bekam dazu auch breite Zustimmung aus der 50-köpfigen Zuhörerschaft. Aus den Besucherreihen ragten Protestschilder hervor mit Aufschriften wie „Windkraft ja – aber nicht zu nah!“, an den Wänden im Gasthaus Zum Bahnhof hingen Plakate mit ähnlichen Sprüchen.

Umfrage und Unterschriften

Die Meinungen im Ortsrat und im Plenum waren identisch. Der Ortsrat hofft nun auf die Unterstützung der Stadt. Die Verliehäuser sammeln unterdessen weiter Unterschriften und warten noch, bis alle Bögen ihrer Umfrage ausgefüllt zurückgegeben sind über die Meinung der Einwohner zum zweiten Windrad.

Der Ortsrat erzielte schnell Einigkeit über das Thema: Ortsbürgermeister Bodo Leßner, Mathias Figge, Jürgen Nolte und Sven Körber sind nach eigenen Bekundungen Verfechter der regenerativen Energien, aber nur, wenn das den Menschen nicht schade. Tenor: In Verliehausen ist das zweite Windrad neben dem bereits bestehenden am Klingenhövel abzulehnen, weil es noch näher an Verliehausen stehen würde. Einzig Ortsratsmitglied Christine Schiebler enthielt sich der Stimme und erklärte ihr Abstimmungsverhalten mit dem Argument, dass ihre Familie in der Sache grundstückstechnisch involviert sei.

Sitzungsunterbrechung

In einer Sitzungsunterbrechung wurde die Meinung der Zuhörer überaus deutlich: Klare Ablehnung wegen Lärmbelästigung, Schlagschatten und Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Hinzu kamen aber noch mehr Argumente wie Störung der Natur und erdrückende Wirkung wegen der Größe. Holger Viergutz sprach zum Ende der Sitzung sogar von Lebensgefahr, die von solch einem Windrad bei Eiswurf oder Eisfall ausgehe. Eisstücke könnten bis zu 300 Meter weit fliegen.

Baulast-Einträge

Viergutz macht sich zudem Hoffnung, dass das zweite Windrad nicht gebaut werden könne, weil im Umfeld von 120 Metern am geplanten Standort alle Grundstückseigner einem Eintrag einer Baulast zustimmen müssten. Würde das einer nicht machen, würde das Windrad nicht genehmigt. (fsd)

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