Vorerst gibt es noch kein Bündnis gegen Extremismus in Uslar

Hatte einen vollen Saal erwartet: Hanna Reiche (rote Jacke) am Ende der anderthalbstündigen Gesprächsrunde im evangelischen Gemeindehaus, bei dem in erster Linie Ideen für Aktivitäten gesammelt wurden. Foto: Dumnitz

Uslar. Enttäuscht von nur 20 Teilnehmern zeigte sich Hanna Reiche vom Initiatoren-Quartett, das am Donnerstagabend im evangelischen Gemeindehaus an der Kreuzstraße ein Bündnis für Frieden und gegen Extremismus und Demokratiefeindlichkeit in Uslar aus der Taufe heben wollte. Hanna Reiche hatte mit einem vollen Saal gerechnet.

Die Gründung wurde schließlich vertagt. Über die Aktivitäten eines solchen Bündnisses war man sich aber schon einig. Sich von Extremisten zu distanzieren, reicht nach Ansicht mehrerer Teilnehmer nicht aus. Deshalb will man sich mit anderen Bündnissen kurzschließen, sich in sozialen Netzwerken positionieren und Kontakt zu Schulen aufnehmen.

„Wir müssen Aufklärungsarbeit leisten“, fasste Hanna Reiche die Ergebnisse aus der Diskussionsrunde zusammen. Angeregt wurden Begegnungen mit Flüchtlingen oder gar ein Training für Zivilcourage, weil viele Menschen unsicher seien.

Ein Redner in der Runde berichtete von angeblich 20 Rechtsradikalen in Uslar und den Dörfern, die meist noch verdeckt agieren würden. Erkannt habe er diese an T-Shirts und Schriftzeichen. Eine Uslarerin berichtete von Vorfällen bei der Uslarer Tafel, wo Migranten beschimpft worden seien.

Offenbar sei Neid der Grund für solche und ähnliche Auswüchse, hieß es. Stadtjugendpfleger Kristian Thiemann erinnerte daran, das Südniedersachsen seit Jahren im Verfassungsschutzbericht wegen Rechtsextremismus negativ auftauche.

Lokalpolitiker Werner Driehorst bemängelte, dass in seinem Umfeld „ganz normale Bürger“ oftmals schon extreme Meinungen zu bestimmten Themen hätten. Da müsse man mit Aufklärung ansetzen, forderte er vom zu gründenden Bündnis.

In einer Vorstellungsrunde erzählten vor allem Vertreter aus der Lokalpolitik, warum im Uslarer Land Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Intoleranz keine Chance haben dürfen. Tenor war, dass viel zu viele Leute schweigen, wenn Nachbarn und Bekannte sich „komisch“ etwa über Flüchtlingen äußerten.

Dr. Hermann Weinreis, Gerd Gail, Hanna Antoniades und Hanna Reiche hatten nach einer Diskussion zum Thema Rechte Gewalt Mitte August im Hotel Menzhausen zur Gründung des Bündnisses aufgerufen.

 

Ein weiteres Treffen des Bündnisses ist nun für Dienstag, 15. November, ab 19 Uhr im Gemeindehaus (Kreuzstraße) verabredet worden.

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