Vorschlag für Extra-Parkplätze in Uslar nur für Anwohner

So könnte er aussehen: Der Anwohner-Parkausweis für Dauer-Autoabsteller in der Uslarer Innenstadt. Das Vorhaben, für das sich Ortsratsmitglied Kristina Bäthe seit Monaten engagiert, ist umstritten. Archivfoto: nh

Uslar. Seit Monaten beschäftigt sich Kristina Bäthe als Mitglied des Uslarer Ortsrates mit dem Thema Parkausweise für Anwohner. Sie lebt in einem Haus an der Graftstraße und ist der Ansicht, dass Anwohner in der Innenstadt möglichst keine teueren Knöllchen bekommen sollten, wenn sie länger auf Parkflächen stehen.

Auch andere Anwohner der Straßen im Stadtkern hätten Interesse. Bäthe hatte Fragebögen verteilt und bereits einige Antworten erhalten. Danach gebe es 57 Leute, die Bedarf an einem Parkausweis haben. Teilweise hätten Firmen Bedarf bekundet, die so auf Stellflächen für ihre Mitarbeiter hoffen.

In der öffentlichen Sitzung des Ortsrates stellte Bäthe die Ergebnisse ihrer nicht repräsentativen Befragung im Schöffensaal vor ihren Kollegen und fünf Zuhörern vor. Der Ortsrat stimmte einem Antrag der parteilosen Bäthe zu. Danach wird die Stadtverwaltung aufgefordert, geeignete Bürgerinformationen zum Thema anzubieten. Das soll über ein Innenstadtforum oder einen Infoabend erreicht werden.

Der Ortsrat erhofft sich durch die Zuarbeit der Verwaltung nähere Erkenntnisse und das Aufzeigen von Möglichkeiten einer Realisierung. Mehrheitlich abgelehnt wurde hingegen ein weiterer Antrag von Kristina Bäthe. Damit sollte die Verwaltung aufgefordert werden, das Anwohnerparken sofort umzusetzen. Beschilderungen sollten geändert werden in Mischparkzonen mit Parkscheiben und Anwohnerausweise. Bäthe wünscht sich das an der Graftstraße, auf dem Graftplatz sowie an der Mühlen-, Brau- und Zigarrenmacherstraße.

Die Verwaltung sollte aufgefordert werden, Möglichkeiten zu schaffen, damit in den Bereichen Anwohner mit Ausweis (für 30,70 Euro pro Stück und Jahr) ihre Fahrzeuge länger dort abstellen können. Diesem Vorschlag wollten die anderen anwesenden Ortsratsmitglieder nicht folgen. Sie wünschen sich, dass das Projekt durch die Stadtverwaltung detaillierter vorbereitet wird. Andreas Böhme (Linke) fragte, wer Ausweise bekommen sollte. Das könne seiner Ansicht nach nur für Anwohner gelten, nicht aber für Beschäftigte in der Innenstadt.

„Helios war im Krankenhaus, da gab es genügend Parkplätze. Jetzt sind sie ins Ärztehaus umgezogen und schreien nach Parkraum“, kritisierte Böhme.

Ortsratsmitglied Artur Görder (SPD) findet das Parkausweis-System nicht gut, weil seiner Ansicht nach so wichtige Parkplätze für die Kunden der Geschäfte in der Innenstadt verloren gehen. Bähte argumentierte dagegen: „Durch Knöllchen werden Anwohner diskriminiert.“

Ortsrat will Vorschläge

Nun will der Ortsrat abwarten, welche Vorschläge von der Stadtverwaltung zu dem kontrovers diskutierten Vorhaben kommen. (jde)

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