Erst reden, dann schneiden

Vorstoß von Henning Gehrke zum Grünschnitt

Finden den Rückschnitt in Ordnung: Friederich Wicke (links), der sich an die Anpflanzung der Büsche erinnert, und Jürgen Warnecke, der in Warneckenfeld wohnt, in der Wienser Feldmark. Foto: Röber

Wiensen. Der Grünschnitt vor allem in der Feldmark des Uslarer Lands vor dem Frühling hat in einigen Orten für Ärger gesorgt.

So gab es in Sohlingen und in Wiensen Kritik von Naturschützern, dass viel zu viel abgeholzt worden sei.

In Wiensen hat unterdessen Henning Gehrke, als Ortsbürgermeister und Landwirt doppelt betroffen, einen Vorstoß unternommen und dazu aufgerufen, vor den Grünschnittaktionen vor Ort Gespräche mit allen Beteiligten zu suchen und sich darauf zu einigen, dass regelmäßig zurückgeschnitten wird.

Der Wienser Ortsbürgermeister will vor allem Konflikte wie zuletzt vermeiden. Das führe in der Sache nicht weiter, sagte Gehrke. Er wehre sich aber weiterhin gegen die Vorwürfe, dass in der Feldmark Wiensen mit Methode vorgegangen worden sei. Es war ein klassischer Verjüngungsschnitt, versichert Gehrke.

Zielsetzung war nach seinen Angaben, dass die Gräben freigehalten werden. Konkret reagiert Gehrke auf die Kritik von Naturschützer Hermann Wegener aus Uslar an einem Weg bei Warneckenfeld: Dort wurden die Büsche Ende der 1980er-Jahre angepflanzt und seitdem nicht mehr gestutzt. Dass der Rückschnitt nun radikal die Optik verändere, sei nicht verwunderlich.

Gehrke verweist auf alte Protokolleinträge und auf Friedrich Wicke, der sich noch an die Anpflanzung und an entsprechende Beschlüsse des Ortsrates erinnert, und auf Anwohner Jürgen Warnecke: Beide würden an dem Strauchschnitt nichts zu bemängeln finden.

Wiensens Ortsbürgermeister fühlt sich vor allem auch deshalb vollkommen unschuldig, zumal er die Rückschnittaktion sowohl mit der Stadtverwaltung als auch mit der Naturschutzbehörde des Landkreises abgestimmt habe.

Außerdem führt Gehrke an, dass die Aktion von einem Fachmann begleitet worden sei, und zwar von Ortsrats-Mitglied Mario Böhm, der einen Meisterbetrieb für Garten- und Landschaftsbau führt.

Rückendeckung für den Rückschnitt in Wiensen kommt aus Sohlingen: Landwirt Thomas Krämer, selbst kritischer Beobachter der Beschneidung von Büschen und Bäumen, bescheinigt dem Wienser Ortsbürgermeister, dass der Schnitt in Ordnung sei. Da habe er schon viel schlimmere Eingriffe in die Natur gesehen.

Geärgert hat sich Henning Gehrke aber vor allem über eins: Der Arbeitseinsatz mit dem Rückschnitt war nach seinen Angaben eine ehrenamtliche Aktion. Das bestätigt Walter Manshausen, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Wiensen. Es sei kein Cent ausgegeben worden.

Deshalb appelliert Gehrke nun eindringlich an alle Beteiligte, zukünftig miteinander zu kommunizieren, und zwar früh genug und nicht erst hinterher. (fsd/rö) Archivfoto: Dumnitz

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