Virtuelle Mitgliederversammlung

Bürgerinitiative Atomfreies Dreiländereck wählt neuen Vorstand

Das gelbe „W“ steht für Wir, Würgassen, Widerstand und Weserbergland. Hier ist es vor dem Helmarshäuser Klostergelände zu sehen.
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Markenzeichen gelbes „W“: Das Symbol steht für Wir, Würgassen, Widerstand und Weserbergland. Hier ist es vor dem Helmarshäuser Klostergelände zu sehen.

Das gelbe „W“ ist inzwischen als Zeichen des Widerstandes gegen das geplante Atommüllzwischenlager bei Würgassen in vielen Ortschaften im Solling und im Weserbergland zu sehen.

Würgassen - Der Protest gegen das Atommülllager wurde bisher vor allem vom Verein Atomfreies 3-Ländereck organisiert. Da stehen jetzt Neuwahlen an.Zwar setzen sich alle Akteure für dasselbe Ziel, die Verhinderung des von den Befürwortern als Logistikzentrums bezeichneten Lagers, ein. Die Arbeit aller war zuletzt jedoch nicht frei von Erschütterungen. Anfang Oktober legten Vorstandsmitglieder um den damaligen Vorsitzenden Dirk Wilhelm (Drenke) ihre Ämter nieder, ohne die Gründe öffentlich zu benennen.

Seitdem hat sich der Verein demokratischer aufgestellt, Fördermitgliedschaften wurden in ordentliche Mitgliedschaften umgewandelt. Jetzt hat der Verein 230 stimmberechtigte Mitglieder, Tendenz steigend. Diese Mitglieder sind für den kommenden Freitag zu einer virtuellen Mitgliederversammlung eingeladen, um einen neuen Vorstand zu wählen. Dafür will der amtierende Vorstand geschlossen das Feld räumen. „Nach ständigen Angriffen ist ein Punkt erreicht, an dem es nicht mehr weiter geht“, sagte der Vorsitzende Prof. Martin Hörning in einer Video-Pressekonferenz am Montag.

Der amtierende Vorstand werde in der Mitgliederversammlung am Freitag zurücktreten, um Neuwahlen zu ermöglichen. Der Vorstand sitzt dabei in der Stadthalle Beverungen, die Mitglieder sind zugeschaltet. Wer vom aktuellen Vorstand für Ämter kandidieren will, blieb am Montag offen. Neben Hörning bilden Edith Götz und Hubertus Hartmann den Vorstand, zum erweiterten Vorstand gehören Wilhelm Holz, Petra Sporbeck-Hörning und Heinrich Wenisch.

Dirk Wilhelm hat sich indes mit einem Team für die Wahlen positioniert, heißt es. Neben ihm werfen Katrin Meyer (Meinbrexen), Martin Ahlborn (Schönhagen), Paul Weskamp (Ottbergen) sowie Martin Hoppe, Rainer Lenzing und Thorsten Schäfer (Bad Karlshafen) ihre Hüte in den Ring.

Prof. Martin Hörning erwartet eine „muntere, vielleicht auch emotionsgeladene“ Sitzung. Vermittlungsversuche zwischen beiden Beteiligten seien bis zuletzt gescheitert. Jetzt müsse ein neuer Vorstand Posten für Posten von den Mitgliedern gewählt und so für den weiteren Widerstand legitimiert werden.

Von den Reibereien der Atomgegner könne vor allem die BGZ, die das Lager bauen will, profitieren, befürchtet Hörning. Dirk Wilhelm meint zu den Reibereien: „Wir müssen die Vergangenheit ruhen lassen, denn wenn der Verein auseinanderfällt, verlieren alle.“

Ordentliche Mitglieder sollen am Freitag ab 19 Uhr per Zoom-Konferenz an der außerordentlichen Mitgliederversammlung teilnehmen und über Anträge abstimmen können. Dazu werden Einwahldaten verschickt, die Einwahl muss mit Klarnamen möglichst eine halbe Stunde vor Sitzungsbeginn erfolgen.

Fördermitglieder sollen einen Link zu einem Youtube-Stream erhalten. Alle können sich per Chat einbringen, die Öffnung von Mikrofonen ist aufgrund der hohen Teilnehmerzahl nicht vorgesehen. Die Vorstandswahl soll in den Tagen nach der Versammlung per Briefwahl erfolgen. Der Vorstand empfiehlt dazu die Bildung eines Wahlausschusses und die Abwicklung über einen Notar.

Amtierender Vorsitzender der Bürgerinitiative Atomfreies Dreiländereck: Martin Hörning

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