Am Sonntag, 29. Mai

Gottstreu: Waldensermuseum feiert 25-jähriges Bestehen 

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Sie betreuen das Museum: Die Mitglieder der Waldenserfreunde. Hier sind auf einem Archivbild von 2013 Rolf Mazet (von links), Jürgen Dränner, Uwe Lindemann, Frank Wolf, Karsten Bock und Vorsitzender Thomas Ende vor dem Museum zu sehen.

Gottstreu. Mit einem großen Programm feiert das Waldensermuseum in Gottstreu am Sonntag, 29. Mai, sein 25-jähriges Bestehen. Dazu sind alle Interessierten eingeladen.

Dazu sind alle Interessierten eingeladen.

Los gehen die Feierlichkeiten mit einem Festgottesdienst, der um 13.30 Uhr in der Gottstreuer Waldenserkirche beginnt. Es schließt sich gegen 14.30 Uhr ein Empfang bei Kaffee und Kuchen im Dorfgemeinschaftshaus des Ortes an. Von 15.30 bis 17 Uhr wird das gegenüber der Kirche gelegene Waldensermuseum geöffnet sein.

Das Museum besteht seit dem 5. Mai 1991. Es ist im ehemaligen Schulhaus untergebracht und dokumentiert auf drei Ebenen die mehr als 800-jährige Geschichte der Waldenserbewegung.

Als Ketzer verfolgt

Insbesondere stellt die Ausstellung Bezüge zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der 1722 gegründeten Waldenserorte Gottstreu und Gewissenruh her, die die nördlichsten und jüngsten Waldensersiedlungen Deutschlands sind. Die Waldenser sind laut des Internet-Lexikons Wikipedia eine protestantische Kirche mit Verbreitung hauptsächlich in Italien, Südamerika und Süddeutschland.

Ursprünglich als Gemeinschaft religiöser Laien Ende des 12. Jahrhunderts durch den Lyoner Kaufmann Petrus Valdes in Südfrankreich gegründet, wurden die Waldenser, die während des Mittelalters von der katholischen Kirche ausgeschlossen wurden, unter anderem wegen ihrer Laienprediger als Ketzer durch die Inquisition verfolgt.

Ein wichtiges Rückzugsgebiet waren die Waldensertäler in den Westalpen – an der Grenze zwischen Savoyen und Piemont. Doch auch dort kam es Ende des 17. Jahrhunderts zu Vertreibungen, in deren Folge in Südwestdeutschland und in Hessen mehrere tausend Waldenser, vielfach in neuen Siedlungen, angesiedelt wurden.

So entstanden 1722 auch die Orte Gewissenruh und Gottstreu, die heute zur Gemeinde Oberweser (Verwaltungssitz Gieselwerder) gehören.

Verein als Träger

Träger des inzwischen auch überregional beachteten Museums in Gottstreu ist der Verein Waldenserfreunde Gottstreu/Gewissenruh. 

Kontakt: Waldenserfreunde Gottstreu/Gewissenruh, Thomas Ende, Tel. 05544/912159

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