IG Metall

Warnstreik in Uslar: Eine Stunde früher Schluss mit der Arbeit

Streikaktion am Werkstor der Demag in Uslar: Hartmut Wehrhahn (von links) mit Karsten Rojahn, Martina Neupert und Markus Kehler.
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Streikaktion am Werkstor: Demag-Mitarbeiter Hartmut Wehrhahn (von links) mit Carsten Rojahn, Martina Neupert und Markus Kehler.

An den Warnstreiks der IG Metall beteiligten sich auch die Mitarbeiter der Demag und von Spänex in Uslar.

Uslar – Die IG Metall Süd-Niedersachsen-Harz hat ihre Mitglieder zur ersten Warnstreikwelle in der Metall- und Elektroindustrie aufgerufen, nachdem drei Verhandlungsrunden zu keinem Ergebnis geführt haben. Am Dienstag beteiligten sich auch Beschäftigte der tarifgebundenen Uslarer Unternehmen Demag Cranes & Components und der Firma Spänex mit einer „Früher-Schluss-Aktion“ an den Protesten.

Bei der Firma Schneider GmbH in Uslar hieß es von der Firmenleitung, dass man bis zum 5. März in Kurzarbeit sei und nicht bekannt sei, ob Beschäftigte sich Warnstreiks angeschlossen haben. Die IG Metall fordert für die mehr als 3,8 Millionen Beschäftigten ein Zukunftspaket mit vier Prozent mehr Lohn und Gehalt, die je nach Situation der Betriebe zur Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen oder für Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung eingesetzt werden können. Außerdem sollen mit Zukunftstarifverträgen passgenaue betriebliche Lösungen gefunden werden, die Zusagen für Investitionen, Standorte, Beschäftigung und Qualifizierung enthalten.

Die Arbeitgeber provozieren den Widerstand, so Zaffke. „Sie wollen eine Nullrunde und greifen Tarifstandards an. Wir hingegen wollen Beschäftigungssicherung und Kaufkraftstärkung fair miteinander verbinden“, heißt es. Die Beschäftigten hätten in den vergangenen Monaten viel geleistet, seien immer flexibel und hätten immense Doppelbelastungen gehabt. Martina Neupert vom Betriebsrat der Demag sagte am Werkstor, dass fast alle der 177 Beschäftigen beim Warnstreik dabei waren, der wegen Corona anders ablief als üblich. Weil die Schichten anders beginnen und enden, habe man auf um eine Stunde vorgezogenes Arbeitsende gesetzt. Mit Flugblättern wurden die Beschäftigten am Werkstor zur Unterstützung der Streikaktion gebeten.

Bei der Firma Spänex in Uslar (55 Mitarbeiter) haben laut Betriebsrat Matthias Rieger 32 der gewerblich Beschäftigten eine Stunde früher Schluss gemacht. Rieger kritisiert, dass Arbeitgeber wortgleich mit Ablehnungsargumenten von 2016 argumentieren. Das sei unerhört und nicht fair.

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