Einwohner sind frustriert

Fürstenhagen: Das Wasser kommt immer wieder

Es läuft ins Dorf: Wenn sich Wasser vor den zu kleinen Durchlässen im Bereich des TSV-Sportheims staut, fließt die braune Brühe regelmäßig über den Oedelsheimer Weg und dann in Keller und Gebäude.
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Es läuft ins Dorf: Wenn sich Wasser vor den zu kleinen Durchlässen im Bereich des TSV-Sportheims staut, fließt die braune Brühe regelmäßig über den Oedelsheimer Weg und dann in Keller und Gebäude.

Allein in diesem Jahr gab es in Fürstenhagen bereits drei Hochwassereinsätze für die Ortsfeuerwehr.

Fürstenhagen – Immer wieder gelangen die Wassermassen nach oft nur kurzen aber heftigen Starkregenereignissen aus der höher gelegenen Feldmark ins Dorf, sorgen dafür, dass Gräben überlaufen und sich die schlammig-braune Brühe in Gebäuden und Kellern verteilt. Auch am Sonntagnachmittag wurde die Feuerwehr per Sirene wieder zu einem solchen Hochwassereinsatz alarmiert.

Besonders betroffen waren Bereiche nahe des TSV-Sportheims unterhalb des Oedelsheimer Wegs an der Sportplatzstraße/Ecke Rosenring. Und auch die Straße Am Sahlbach, an der mehrere Gräben das Wasser aus der Feldmark in den Hessenbach leiten, der schnell vollläuft und zu einem teils reißenden Bach wird. Anwohner wie Familie Leibecke haben zur Selbsthilfe gegriffen, schützen tieferliegende Räume des Wohnhauses mit Absperrschütten und Tauchpumpen. „Vor 30 Jahren war der damalige Stadtdirektor Herbert Meistering nach einem solchen Hochwasser vor unserer Haustür und sagte damals zu, dass ,umgehend was passieren’ müsse“, sagte Willi Leibecke. Passiert sei seither in Sachen Hochwasserschutz in Fürstenhagen nichts, sagt der Senior.

Volker Mäder vom Baumanagement der Stadt sagte am Montag auf Anfrage, dass er sich die Situation vor Ort erneut ansehen will.

Die Stadt sei mit dem Ortsrat und auch mit Landwirten im Gespräch, verschiedene Möglichkeiten würden diskutiert, wie es gelingen könnte, das Wasser nach Starkregenereignissen so zu leiten, dass es in kein Gebäude läuft. „Nicht alle Ideen sind umsetzbar“, sagt Mäder. Die Sache sei komplex. Die Bewirtschaftung der oberhalb des Dorfes liegenden Felder sei ein Punkt, der Bestand von Feldüberfahrten, die nicht mehr benötigt aber auch nicht abgerissen würden, und auch eine unbestritten im Durchmesser zu kleine Verrohrung unterhalb des Sportplatzes gehörten dazu.

Die Stadt habe ein Ingenieurbüro mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Verschiedene Vorschläge würden geprüft, weil man immer auch die Kosten-Nutzenrechnung im Auge behalten müsse. Mäder rechnet damit, dass für erste Maßnahmen bis zum Jahresende Untersuchungsergebnisse vorliegen. Im Haushaltsplan der Stadt für 2022 sei sogar schon Geld für Hochwasserschutz in Fürstenhagen eingestellt, macht er den Fürstenhägenern Mut.

Ortsbürgermeister Jens Siebert bestätigt die Gespräche und resümiert: „Auch diesmal haben wir noch einmal Glück gehabt“. (jde)

Neuralgischer Punkt: Das Wasser kommt vom Oedelsheimer Weg (hinten) und aus der Siedlung Rosenring (links) auf Höhe des TSV-Sportheims (rechts) zusammen. Gebäude wurden mit Sandsäcken gesichert, die Feuerwehr reinigte die Straße vom Schlamm.

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